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Beratung bei Hochbegabung: Orientierung für Familien und Schulen

Shownotes

Wenn ein Kind besonders begabt ist, entstehen häufig viele Fragen. Eltern fragen sich, wie sie ihr Kind bestmöglich unterstützen können. Lehrkräfte möchten Begabungen erkennen und angemessen fördern. Und manchmal zeigt sich erst durch Schwierigkeiten im Schulalltag, dass ein Kind mehr braucht als gute Noten.

In dieser Folge sprechen wir darüber,

  • warum Beratung ein wichtiger Bestandteil der Begabungsförderung ist,
  • welche Anliegen Familien und Schulen besonders häufig mitbringen,
  • wie ein Beratungsprozess abläuft,
  • welche Rolle Diagnostik und Beobachtung spielen,
  • welche Missverständnisse über Hochbegabung in der Praxis immer wieder auftreten,
  • warum die Zusammenarbeit zwischen Schule, Familie und Beratung so wichtig ist,
  • und was gute Beratung aus Sicht unserer Gäste ausmacht.

Überschrift TextUnsere Gäste

Dr. Michael Wolf, Fachlicher Leiter des Hoch-Begabten-Zentrums Rheinland in Brühl Dr. Katharina Grundwald, Programmleitung Beratung der Karg-Stiftung

Überschrift TextWeiterführende Informationen

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00:00:00: Verhaltensbeobachtung an sich spielt eine ganz wesentliche Rolle, auch im Rahmen der Diagnostik.

00:00:04: Also es ist ein Baustein von Diagnostic, dass ich als Psychologe in der Testsituation nicht nur standardisiert das Verfahren durchführe, sondern gleichzeitig auch eine Verhaltungsbeobuchtung betreibe.

00:00:15: tragfähige Strukturen und Netzwerke ausbilden, die sich gegenseitig stützen.

00:00:20: Und das Ganze ist dann halt auch sehr nachhaltig und zeigt auch, dass die Beratung vor Ort systemisch wirkt.

00:00:28: Das trägt eigentlich wieder dazu bei, dass das Bildungssystem gestärkt wird und auch begabungsgerechter wird.

00:00:50: Herzlich willkommen zu Karg Perspektiven!

00:00:52: Bildung Begabung Potenziale, dem Podcast der Karg-Stiftung.

00:00:55: Hier sprechen wir einmal im Monat über Hochbegabungen und über die Frage wie Bildung so gestaltet werden kann dass das Recht auf Bildung für alle Kinder- und Jugendlichen eingelöst wird.

00:01:04: Mein Name ist Mirko Und ich bin Teil des Podcastteams der Karg-Stiftung und heute hier ihr Gastgeber bei Karg Perspektiven.

00:01:10: In dieser Folge blicken wir auf das Thema Beratung.

00:01:13: Wenn ein Kind besonders begabt ist entstehen oft viele Fragen Bei Eltern, bei Lehrkräften und auch bei den Kindern selbst.

00:01:21: Gleichzeitig geht es darum, wie Beratung so gestaltet werden kann dass sie Orientierung gibt und gut unterstützt.

00:01:27: Dafür möchten wir heute zwei Perspektiven zusammenbringen zum einen die Arbeit der Karg-Stiftung Die Fachkräfte begleitet und Beratungsangebote weiterentwickelt Und zum anderen die konkrete Beratungen Praxis mit Familien selbst.

00:01:39: dafür sind heute Katharina Grunwald und Michael Wolf zu Gast.

00:01:43: Katharina ist Programmleitung Beratung in der Karg-Stiftung.

00:01:46: Michael Wolf ist fachlicher Leiter des Hochbegabten-Zentrums Rheinland und begleitet seit vielen Jahren Familien, Kinder und Schulen rund um das Thema Hochbegebung.

00:01:55: Liebe Katharina, lieber Michael, herzlich willkommen!

00:01:59: Ja danke, ich freue mich jetzt einzukönnen

00:02:01: Ich mich auch.

00:02:02: Zu Beginn wollen wir auf die Perspektive der Beratungen in der Begabungsförderung schauen Sowohl auf die Arbeit mit Fachkräften als auch auf die konkrete Unterstützung mit Familien.

00:02:11: Katharina?

00:02:12: Die erste Frage an dich Warum ist Beratung aus deiner Sicht so ein wichtiger Bestandteil, wenn es um Begabungsförderungen geht?

00:02:21: Ich fange am besten an bei der Begablungsförterung.

00:02:24: Da geht's nämlich darum, dass sich das Potenzial eines Kindes entfaltet und wenn ich Potenzialsage, dann meine ich eigentlich damit das kognitive Potenziale eines Kindens.

00:02:33: Und dazu gehört natürlich auch und ist genauso wichtig, dass das Kind motiviert ist und gut ausgeprägte socioemotionale Kompetenzen hat.

00:02:44: Das ist wichtig für die Person der Kinder, Jugendlichen.

00:02:48: Genauso wichtig ist aber auch das Umfeld des Kindes oder der Jugendlichen zum Beispiel Familie, Kita oder auch Schule und da geht es eigentlich darum dass diese Lernumwelten das Kind oder die Jugendlichen angemessen und geeignet und auch passend fördern.

00:03:06: Aber das ist leider nicht immer der Fall!

00:03:08: Und dann kommt halt die Beratung ins Spiel Und die Beratungsanlässe können sehr unterschiedlich sein, wie auch die Gruppen der Bratsuchenden sehr unterschiedliche sein.

00:03:18: Ziel von Beratung ist die Entfaltung des kognitiven intellektuellen Potenzial eines Kindes und die Stärkung seiner ganzheitlichen Entwicklung und das durch geeignete individuelle Fördermaßnahmen.

00:03:30: Das zeigt, dass Beratungen ein ganz wichtiger Bestandteil der Begabungsförderung sind.

00:03:35: Wie würdest du den Ansatz der Karg-Stiftung im Bereich Beratung in ein-zwei Sätzen beschreiben?

00:03:40: Also, wenn man jetzt erstmal Beratung hört, könnte man erst mal meinen, dass wir Einzelfallberatungen machen.

00:03:45: Das tun wir aber nicht!

00:03:46: Wir stärken die Beratungsstrukturen im Bildungssystem in dem wir zum Beispiel die schubpsychologische Beratungen stärken.

00:03:52: und das tun wir in einzelnen Bundesländern durch ein Projekt z.B. Karg Campus Beratung.

00:03:58: Und da geht es darum, dass Schubsychologen qualifizieren untereinander vernetzen und auch zum kollegialen Austausch anregen.

00:04:09: Und das ist ein ganz wichtiges Programm, denn es hat das Ziel sozusagen Beratungsstrukturen regional vor Ort zu festigen, auszubauen und nachhaltig zu implementieren.

00:04:25: Das trägt dann am Ende auch zu einem bildungsgerechten oder begabungsgerekten Bildungssystem bei.

00:04:31: Das ist genau das für was wir als Stiftung stehen und arbeiten.

00:04:36: Wenn wir das einmal anschaulicher machen... Wenn sich Lehrkräfte oder Fachkräfte mit Fragen an euch wenden, wie unterstützt ihr sie konkret?

00:04:43: Ja das ist je nach Zielgruppe kann das unterschiedlich sein.

00:04:46: Ich hatte ja eben schon mal auch die Schubpsychologen angesprochen, die sozusagen finden bei uns zum Beispiel das Projekt K-Campusberatung aber wir haben natürlich ein Karg Campus Projekt für Erziehende und auch für Lehrpersonen.

00:04:59: also wir haben reichhaltiges Angebot je nach Zielgruppe Und darüber hinaus haben wir natürlich auch Arbeitskreise, also für verschiedene Zielgruppen.

00:05:08: Also pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte oder Erzieherinnen und Erziehern.

00:05:14: Das ist ganz interessant.

00:05:15: Dann bieten wir als Karg-Stiftung regelmäßig Veranstaltungen an, verschiedene Formate.

00:05:21: Und dann haben wir ein unserer Fachportal.

00:05:24: Dort finden interessierte wissenschaftlich Fundierungen gleichzeitig sehr praxisorientierte Fachartikel, Podcasts und Videos.

00:05:31: Und man muss eigentlich sagen, für jeden ist etwas dabei.

00:05:34: Für jede Zielgruppe und das ist ein sehr reichhaltiges, sehr gut gemachtes Angebot und ich kann nur dazu einladen sich das Angebot noch mal näher anzusehen oder auch bei uns auf dem Newsletter sich anzumelden.

00:05:46: es ist für jeden was dabei.

00:05:48: Woran merkst du dass die Angebote für Schulen wirklich einen Unterschied machen?

00:05:53: Wir merken es daran, dass die pädagogischen Fachkräfte oder Lehrpersonen oder auch Beraten tätige sich einfach sicherer fühlen im Umgang mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen differenzierter hinschauen.

00:06:06: Und auch proaktiver beraten statt erst dann zu reagieren wenn vielleicht Probleme aufgetaucht sind.

00:06:13: Und darüber hinaus ist es natürlich auch so, dass wir es daran erkennen das ich vor Ort Netzwerke bilden.

00:06:19: Also Netzwerken zum Beispiel zwischen Lehrpersonen der Schutzpsychologie und so tragfähige strukturene Netzwerker ausbilden die sich gegenseitig stützen und das ganze ist dann halt dann auch sehr nachhaltig und zeigt auch dass die Beratung vor Ort auch systemisch dann wirkt und das trägt eigentlich auch wieder dazu bei dass das Bildungssystem gestärkt wird und auch begabungsgerechter wird.

00:06:43: Während es bei dir fehlt, darum geht Fachkräfte zu begleiten und Beratungsangebote weiterzuentwickeln, schauen wir jetzt auf die konkrete Beratung mit Familien.

00:06:52: Und wie sich das dann ganz konkret im Kontakt mit Kindern und Eltern zeigt darüber möchten wir jetzt sprechen.

00:06:59: Beratungen im Bereich Hochbegabung beginnt häufig mit Unsicherheit, offenen Fragen oder dem Gefühl, dass ein Kind besondere Bedürfnisse mitbringt die im Alltag nicht immer leicht einzuordnen sind.

00:07:11: Dabei geht es nicht nur um Diagnostik oder Leistung, sondern auch um die Fragen des sozialen Miteinanders – der emotionalen Entwicklung oder der passenden schulischen Unterstützung.

00:07:21: Mit welchem Anliegen Michael kommen Familien und Schulen am häufigsten zu dir?

00:07:26: Häufiges Anliegen bei Eltern ist, dass sie in Informations- oder Klärungsbedarf haben.

00:07:30: Das heißt die erleben ihre Kinder als weiterentwickelt beispielsweise, also als kognitiv weiterentwickelt, dass Sie schneller lernen und vielleicht auch andere Interessen schon haben.

00:07:40: Dass sie einen Entwicklungsvorsprung aufweisen.

00:07:42: und dann fragen sie sich okay, ist das normal?

00:07:45: Muss ich was unternehmen?

00:07:46: Also häufig schminkende Sorge mit und das ist der Grund warum sich da bei uns melden.

00:07:50: Das ist ein häufiges An Liegen.

00:07:52: Weiteres häufiges anliegen ist ... Sie tatsächlich auch schon eine Unterforderung erleben.

00:07:58: Also das Kind berichtet von Langeweile, ist frustriert, ob das jetzt im Kindergarten ist?

00:08:02: Das Forschungsprogramm ist unpassend.

00:08:04: Sie haben vielleicht schon Rechnen gelernt oder in der Schule und dass sie dann halt einen Leidensdruck erkennen und dann sagen wir müssen in einer Beratungsstelle aufsuchen Wir wollen uns da weitergehend Unterstützung holen.

00:08:17: Das kann natürlich auch geschehen, das ist auch wieder ein Grund wenn Sie sich bei uns melden dass zum Beispiel der Kinderarzt im Rahmen einer EU-Untersuchung oder die Erzieherin in der Kita oder die Lehrkraft in der Schule aufmerksam geworden ist.

00:08:28: Auf eine Besonderheit eben auf Entwicklungsvorsprungen, eine besondere Begabung und dann wiederum die Eltern darüber in Kenntnis gesetzt werden und dann praktisch auch so ein bisschen geschickt werden ja suchen sie doch mal eine Beratungsstelle auf Lassen Sie das doch mal abklären.

00:08:42: Wir brauchen da vielleicht auch eine Entscheidungshilfe, machen wir vorzeitige Einschulungssinn oder ein Klassensprung.

00:08:48: Weitere Anliegen ist natürlich auch wenn es zu Verhaltensauffälligkeiten kommt also zum Beispiel dass ein Kind ne Schulunlust entwickelt, Motivationsprobleme aufweist und einfach die Eltern vermuten, dass vielleicht eine nicht erkannte Hochbegabung in der besonderen Begabungen Hursache dafür ist für diese Verhaltensauffälligkeit, für die Beschwerden Genau, das ist dann auch ein Grund warum sich Eltern einmal uns melden oder dass sie Interesse haben zu erfahren welche Fördermöglichkeiten es generell gibt so im innerschulischen und auserschulichen Kontext.

00:09:19: Schulen melden sich dann häufiger bei uns, wenn sie ein Leidensdruck haben.

00:09:23: Also wenn Lehrkräfte praktisch Schülerinnen und Schülern ihrer Klasse sitzen haben die sehr verhaltensauffällig vielleicht auch sind.

00:09:30: Wo Sie erkennen, die sind motivationslos.

00:09:32: Die sind frustriert, die stören vielleicht auch, sind sozial sehr auffälligt, sprengen womöglich den Klassenverband Dann ist ein hoher Leidensdruck da.

00:09:41: Und dann, wenn sich Schulen der Kräfte auch an uns an Beratungsstellen oder an den schubsylogischen Dienst um eine Unterstützung zu erhalten und sich beraten zu lassen.

00:09:49: Bei Schulen kommt natürlich noch als weiteres Anliegen Fortbildungsanfragen hinzu.

00:09:53: Wenn Sie da Interesse haben, da stehen wir als Einrichtung auch zur Verfügung.

00:09:57: Genau das ist so grob des Spektrums von vielen Anliegenden, die an uns eintreten.

00:10:01: Gibt es typische Situationen in denen Eltern merken jetzt brauchen wir wirklich Unterstützung?

00:10:08: Ja, also ein Klassiker sind immer die Übergänge.

00:10:11: Das heißt wenn ein Kind jetzt vom Kindergarten in die Grundschule wechselt und dann in den ersten Wochen oder Tagen vielleicht schon man feststellt okay da sind die Erwartungen entsprechend nicht der Realität.

00:10:23: Also das Kind hat schon... viel gelernt, sprachlich schon sehr weit.

00:10:28: Das Alphabet schon verinnerlicht, hat vielleicht ... Sie selber sogar schon Lesen oder Schreiben beigebracht, beherrscht den Zahlenraum bis hundert oder kann schon in Ansätzen rechnen und stellt dann fest okay jetzt muss ich hier einzelne Buchstaben schreiben oder das was ich gedacht habe was in der Schule passiert ist nicht schön, frustriert mich.

00:10:46: Dann werden Eltern darauf aufmerksam sind, steht dieser besagte Leidensdruck Und dann ist es eine typische Situation.

00:10:53: Genauso auch beim Wechsel auf die weiterführende Schule.

00:10:56: Beispielsweise häufiger Verlauf so ist bei begabten Kindern, dass sie in der Grundschule eigentlich sehr gut da durchmarschieren und eine sehr gute Leistung in der Lage sind zu erzielen aber das häufig auch ohne Anstrengungen schaffen.

00:11:10: Durch bloßes Aufpassen!

00:11:11: Und dann auf der weiterfühlenden Schule kann es zur Situation kommen, dass Sie nicht gelernt haben zu lernen jetzt aber die Anforderungssteigen gerade in den Fremdsprachen im Fächervielfall steigt Und dass sie dann nicht die Skills haben, nicht die Kompetenzen.

00:11:24: Immer an Arbeitsverhalten in der Leistungsmotivation und es dann auf einmal zu Schwierigkeiten kommt zum Notenabfall womöglich und dann Eltern natürlich alarmiert sind und das haben sich Fragen.

00:11:33: okay mein Kind ist doch eigentlich bisher immer ganz gut durch die Schule gekommen und jetzt hat sich eine ganz andere Situation ergeben.

00:11:39: Jetzt brauchen wir Unterstützung, wir suchen eine Beratungsstufe auf.

00:11:42: Kannst du uns einmal mitnehmen?

00:11:44: wie beginnt so eine erste Anfrage?

00:11:47: Also vom Ablauf her ist das immer relativ standardisiert.

00:11:50: Das heißt, also Familien oder Schulen melden sich entweder über das Kontaktfumular oder sie rufen häufig auch an und dann treffen Sie auf unsere gute Seele auf die Sekretärin, die erfasst dann das Anliegen und sondiert auch schon mal so grob sind wir in eine passende Einrichtung und erfasst also stichpunktartig die Anfrage des Anliegens stellt ne Fallakte dann geht die Fallakte ins Psychologen-Team, wir verteilen entsprechend die Anfragen und dann melde ich mich oder eine meiner Kollegin vom Fachteam bei der Familie.

00:12:20: Wenn sich Familien melden und dann telefonisch und fragen nochmal genau wie können wir weiterhelfen?

00:12:26: Also auch da noch mal sind wir gut in der Lage das Anliegen aufzukreifen zu bearbeiten.

00:12:32: Das ist wichtig weil man Haltung natürlich praktizieren sollte dass Kinder vor auch unnötiger Diagnostik geschützt werden müssten.

00:12:39: Es kommen teilweise Anfragen bei uns rein, wo Eltern sagen ja wir möchten einfach mal den IQ unseres Kindes wissen dafür stehen wir nicht zur Verfügung weil das kein sinnvolles Anliegen ist.

00:12:49: also sprich wir der Kontaktaufnahme schauen es ist ein sinnvolle anliegen.

00:12:53: können wir's gut bearbeiten oder haben wir das Gefühl es ist womöglich schon so auffällig, dass vielleicht eine therapeutische Einrichtung sinnvoller ist oder eine Abklärung von Entwicklungsauffälligkeiten im sozial-perdiatlichen Zentrum.

00:13:07: Also das ist dann so ne Schnittstelle.

00:13:09: Wenn wir das Gefühl haben es passt Dann kommt es konkret zur Terminvereinbarung ob das jetzt Beratungstermine sind oder Diagnostiktermina.

00:13:16: Und warum ist es nicht einfach ein gutes Anliegen sein Kind testen zu lassen?

00:13:19: Weil wir die Haltung haben dass Kinder vor unnötiger Diagnosik geschützt werden müssen weil jede Diagnose erzielt einen Ergebnis und macht was mit allen beteiligt.

00:13:27: Und da muss man gerade bei dem Aspekt Begabung, Hochbegabungen sehr aufpassen.

00:13:31: Weil schnell eine Schublade aufgemacht wird, schnell bestimmte Assoziationen aufkommen, Erwartungen geweckt werden, Missverständnisse provoziert werden, Klischeesstihotype also.

00:13:42: deshalb muss man da sehr gut aufpassen.

00:13:45: Wir teilen die Einstellung voll und ganz und wir sagen auch immer keine Diagnostik ohne Fragestellung.

00:13:51: Also es braucht wirklich ein spezifisches Anliegen für dass dann sozusagen abgeklärt wird mittels psychologischer Diagnostik.

00:13:58: Beratung bedeutet dabei mehr als die Suche nach schnellen Lösungen, entscheidend ist oft zunächst genau hinzuhören unterschiedliche Perspektiven einzubringen und gemeinsam Orientierung zu entwickeln.

00:14:09: Wie muss man sich so ein Beratungsprozess bei euch vorstellen?

00:14:13: Genau das hängt natürlich davon ab wie die Anfrage ist was anliegen ist.

00:14:17: Bei uns kommen häufig Anliegen Also werden an uns herangetragen, wo auch eine diagnostische Fragestellung im Raum steht.

00:14:25: Und in diesem Falle sprechen wir bei uns von der sogenannten Einzelverhilfe und dann werden klassischerweise erstmal drei Termine vereinbart.

00:14:32: Das heißt nachdem geklärt ist das das Anliegen passt, vereinbart man noch einen Termin, ein sogenanntes Anamnese-Gespräch, wo wir mit der Familie, den Eltern insbesondere... ganz viele Informationen sammeln, zu bisherigen Biografie zum Werdegang, schulische Situationen oder außer-institutionelle Situation.

00:14:51: Was sind die Interessen?

00:14:53: Gibt es Besonderheiten auf die man zu sprechen kommen muss?

00:14:55: also für uns ist es wichtig bezogen auf das Anliegen möglichst viel Information zu erhalten das System kennenzulernen Ressourcen kennen zu lernen um einschätzen zu können.

00:15:05: wo kann man ansetzen in der Begabungsförderung?

00:15:07: Der zweite Termin ist dann in dieser Konstellation klassischerweise der Diagnostiktermin, also bei einer diagnostischen Fragestellung.

00:15:16: Diese Termine machen wir immer vormittags bei Kindern und Jugendlichen einfach weil dann die diagnostischen Ergebnisse sinnvoll valide ausgewertet werden können.

00:15:25: Der dauert dann auch recht lang je nachdem welche Verfahren zum Einsatz kommen oder man natürlich auch mit dem Kind noch spricht im Jugendlichen oder auf Fragebögen durchführt.

00:15:34: Und da gibt es einen dritten Termin ersten Beratungstermin wo Diagnostische Ergebnisse erst mal rückgemeldet werden.

00:15:40: An die Eltern bezogen auf das Anliegen gefasst werden und gesagt wird, okay was haben wir jetzt für Erkenntnisse?

00:15:46: Die wir aus der Diagnose, aus einer Nese ziehen können.

00:15:49: Welche weiteren Schritte bieten sich jetzt an?

00:15:52: Kann der Informationsbedarf gut geklärt werden?

00:15:55: Können offene Fragen aufgegriffen werden können?

00:15:58: Ansätze dann schon entwickelt werden wie man Durchkeiten Auffälligkeiten begegnen kann?

00:16:04: Und in diesem Beratungsgespräch wird dann das weitere Vorgehen vereinbar.

00:16:07: Das heißt, macht es Sinn sich mit der Schule, der Institutionen und der Kita auszutauschen?

00:16:12: Wir als Psychologin unterliegen ja der Schweigepflicht so auch die Schule, die Lehrkräfte und dann entscheidend die Eltern natürlich ob's dann zum Austausch kommt.

00:16:22: wir versuchen natürlich gerne und häufig darauf hinzuwirken dass es zum Austauch kommen weil das zielführend ist dieses Thema miteinander ins Gespräch zu bringen gemeinsam an einem Strang zu ziehen Und dann entscheidet sich, ob es zu einem Austausch kommt.

00:16:36: Ob's dann zu einem so genannten runden Tischgespräch kommt jetzt mit Schule, Elternhaus und uns.

00:16:43: Inklusive Kind?

00:16:45: Teilweise mit oder ohne Kind je nachdem wie die Konstellation ist.

00:16:49: also bei sehr jungen Kindern muss man natürlich aufpassen wenn Gespräche geführt werden über das Kind über vielleicht schwierige Situationen dass nicht das Kind dabei ist wenn es sich selbst gesprochen wird.

00:17:00: also muss das Kind auch davor geschützt werden.

00:17:03: bindet man die dann ein oder man teilt das dann so ein bisschen auf, dann teilt es mit Anwesenheit des jugendlichen Teilsrohnern.

00:17:11: Genau und da gibt's dann auch weitere Beratungstermine oder in Ausnahmefällen vielleicht auch eine Hospitation Unterrichts-Hospitation oder so.

00:17:19: Aber das ist eher die Ausnahme.

00:17:21: Und welche Rolle spielen dabei?

00:17:22: Beobachtungen?

00:17:23: Oder auch diagnostische Verfahren?

00:17:26: Also wenn eine diagnostische Fragestellung im Raum ist, klar dann spielt Diagnostik-Erkenntnis über standardisierte Testverfahren eine ganz wesentliche Rolle oder auch über Fragebögen entweder in der Selbstauskunft und in der Fremdauskunft.

00:17:40: Aber Verhaltensbeobachtungen an sich spielt eine ganz Wesentliche Runde – auch im Rahmen der Diagnose.

00:17:46: Baustein auch von Diagnostik, dass ich als Psychologe in der Testsituation nicht nur standardisiert das Verfahren durchführe sondern gleichzeitig auch eine Verhaltensbeobachtung betreibe.

00:17:55: Das ist ganz wichtig zu schauen.

00:17:58: wie verhält sich das Kind der Jugendliche?

00:18:00: Ist es anstrengungsbereit?

00:18:01: Wie geht's mit Fehlern um und Frustration die notwendigerweise aufkommt?

00:18:05: dann auch in so einer Testung also in so ner Intelligenzdiagnostikk zeigen sie vielleicht aber ungewöhnliche Verhaltenzuweisen Ticks, wie ist der sprachliche Ausdruck?

00:18:15: Wie ist generell die Kommunikation mit mir?

00:18:18: Ist das Kind offen Schüchtern?

00:18:20: Aber auch so Kleinigkeiten sind teilweise ganz wichtig.

00:18:23: Wie ist die Stifthaltung?

00:18:24: Also wenn es um Grundschulkind geht gibt's... Wie ist das ausgeprägt?

00:18:29: und natürlich will man im Gespräch ist, wie hält das Blick-Kontakt oder nicht?

00:18:34: Kann das Blickkontakt halten.

00:18:36: Wie ist die Interaktion des Kindes mit den Eltern?

00:18:39: Wenn Paare da sind und Eltern da sind, wie ist die interaktion untereinander?

00:18:43: Das sind ganz allesamt wichtige Informationen für mich als Psychologe um das System kennenzulernen, um festzustellen okay, wie is' die Lebenswirklichkeit, wie es die Dynamik der Familie untereinander, der Eltern zum Kind abseits jetzt von dem, wie sich das Kind so verhält wo du gerade Familie ansprichst.

00:19:00: Was ist denn in Gesprächen mit Familien besonders wichtig?

00:19:03: Also im Kern natürlich, dass ich das Anliegen erfolgreich bearbeite und in der Lage bin, die Familie zu helfen.

00:19:09: Deswegen kommen sie ja zu uns – also ich sehe mich da auch als ein Dienstleister.

00:19:15: Aber wichtig ist mir in Gesprächs-, als Haltung systemisch lösungsorientiert vorzugehen.

00:19:22: Man nicht auf Probleme fokussiert, in eine Problemdraht eintaucht sondern versucht relativ schnell Lösungen zu entwickeln.

00:19:29: Auf Ressourcen und Stärken einzugehen nach vorne zu schauen das ist ja so ein beraterischer Ansatz der uns bei unserem Hochbegabtenzentrum eigentlich sehr wichtig ist eigene Kompetenzen der Selbstorganisation zu aktivieren.

00:19:43: generell ist mir auch wichtig Begabung immer als große Ressource darzustellen und das auch zu vermitteln Weil bisweilen auch falsche Vorstellungen diesbezüglich existieren.

00:19:54: Dass manche der Ansicht sind, dass eine hohe Begabung vielleicht auch mit hohen Schwierigkeiten und Problemen einhergeht also im Sinne von immer Genie-und Wahnsinn liegen nah beieinander oder die Extreme provozieren Reibungen und Schwierigkeiten Das sehen wir nicht so.

00:20:10: das zeigen auch viele empirische Studien.

00:20:12: nicht dass das gegeben ist sondern dass man es als große Ressource ansehen kann als Chance.

00:20:18: Ja, ich versuche eine Wertschätzene Haltung mit allen Beteiligten gegenüber zu praktizieren.

00:20:23: Und wenn es zu schwierigen Gesprächen kommt, wo viel Streit schon vorhanden war und ist ... sich Eltern- und Kinder über Kreuz liegen in den Erziehungsfragen

00:20:36: usw.,

00:20:36: dass Ich versuche natürlich in den Gesprächen, dass alle Gesichtswahrend da rausgehen.

00:20:43: Genau das ist so zusammengefasst was mir in den Gesprächen eigentlich ganz wichtig ist.

00:20:48: Katharina, woran merkst du, dass eine Beratung wirklich weiter hilft?

00:20:52: Sie gibt den beteiligten Handlungssicherheit und Klarheit im Umgang im Thema Hochbegabung.

00:20:59: Beratungen leidet dazu an passgenaue Maßnahmen, Fördermaßnahmen einzuleiten und regt zu einer nachhaltigen Veränderung an.

00:21:13: Rund um Hochbegebung gibt es viele Vorstellungen und Erwartungen sowohl bei Familien als auch im schulischen Umfeld.

00:21:20: Nicht selten entstehen daraus Missverständnisse oder Spannungen.

00:21:23: Gleichzeitig erleben Kinder und Jugendliche ihre Situation oft sehr unterschiedlich, nicht jede Begabung wird unmittelbar als Stärke wahrgenommen.

00:21:33: Welche Vorstellungen über Hochbegabungen begegnet ihr immer wieder?

00:21:37: Die mit der Realität oft wenig zu tun haben in Bezug beispielsweise auf Missverständnisse.

00:21:43: Leider begegneten wir im beruflichen Alltag sehr häufig die klassischen Klischees Also angefangen mit, dass Hochbegabung eher mit Jungs also mit männlichen Personen assoziiert wird als mit Mädchen und Frauen.

00:22:00: Dass das Missverständnis besteht, dass hoch begabten ist schwerer Feld soziale Kontakte zu knüpfen, dass was praktisch so Nerds sind klassischerweise, was auch nicht stimmt.

00:22:09: Das Hoch Begabten immer alles leicht fällt sie nie für irgendwas lernen müssen, dass ihnen alles zuflegt... Ist nicht so!

00:22:16: ist nicht so, nein natürlich sie haben eine höhere Auffassungsgabe aber es heißt nicht dass irgendwie alles sofort beherrschen müssten oder in allen Bereichen.

00:22:24: Oder auch die Vorstellung das Hochbegabung hohe Intelligenz so eine festgelegte unveränderliche Eigenschaft ist.

00:22:30: Auch das ist nicht der Fall.

00:22:31: also man müsste eher davon ausgehen wie ein Muskel ist den man trainieren kann der sich verändert.

00:22:38: Das häufige Vorstellung ist auch, dass Hochbegabung mit einer hohen Sensibilität gekoppelt wird oder davon Ausgang wird, dass es häufig einhergeht.

00:22:47: Das kann der Fall sein.

00:22:48: aber auch da besteht keine Kausalität.

00:22:51: und auch ein Klassiker ist das hoch begabte Gehen.

00:22:55: machen ihren Weg, das wird schon brauchen wenig Unterstützung müssen jetzt gar nicht auch so sehr mit Ressourcen im schulischen System oder so versorgt werden, weil das läuft schon.

00:23:06: Wir müssen uns eher auf andere konzentrieren.

00:23:07: Also ist es auch so Missverständnis eine Vorstellung die mir leider häufig begegnet.

00:23:13: Und wo entstehen Spannungen zwischen Eltern Schule und Kind?

00:23:16: Oder können entstehen?

00:23:18: Also zum einen wenn eben besagte Missverständnisse unter Mythen vorhanden sind in den Köpfen der beteiligten Personen.

00:23:24: Wenn Eltern davon ausgehen, Hochbegabung ist was Unveränderliches.

00:23:28: Es wurde im Alter von fünf Jahren festgestellt und jetzt ist mein Kind hoch begabt.

00:23:33: Ich tradier das auch nach außen.

00:23:34: Ich sag das meinem Kind auf ... Und allen anderen?

00:23:38: Ja, dann entstehen falsche Erwartungen, die vielleicht selbst erfüllen sind als selbst erfüllende Prophezeibungen.

00:23:44: Das ist sehr ungünstig.

00:23:46: Sprech immer wenn das Kind in eine Schublade gesteckt wird, Etikette ausgestellt werden.

00:23:51: Genau, kann ich die Brücke schlagen?

00:23:52: Ist es immer wichtig ganz genau hinzuschauen.

00:23:55: Wann macht Diagnostik senden weil das Ergebnis ja immer irgendwie was provoziert und im schlimmsten Fall eben so ein Missverständnis oder so ein Mythos weckt.

00:24:02: Genau natürlich, wann entstehen Spannungen, das ist sicherlich der Klassiker da sehr häufig natürlich der Fall.

00:24:08: also wenn bei begabten Kindern und Jugendlichen die Lernerwartung enttäuscht wird.

00:24:11: Also wenn sie einfach die Unterforderung erleben im System Dann kann das auch ein Strauß von ungünstigen Verhaltensweisen nach sich ziehen.

00:24:19: Dass sie natürlich Frustration erleiden, dass sie vielleicht auch somatische Beschwerden entwickeln.

00:24:23: Ich habe Bauchschmerzen und ich will dann nicht hin.

00:24:26: Mag' ich nicht!

00:24:27: Dass die vielleicht in der Klasse oder in der Kita-Gruppe vielleicht auch störendes auffälliges Verhalten zeigen weil Sie unausgeglichen sind, weil Sie nicht wissen... Wohin mit sich, dass ich im schlimmsten Fall ja auch so eine Schulverweigerung dann rausentwickeln kann.

00:24:42: Die die sehr hartnäckig dann auch sein kann oder ... Dass es zum andere Achievement kommt also das die hohe Begabungen sich nicht einfach in einen fertigen und Wissensaufbau zeigt, dass sie unzufrieden mit sich sind, dass ihr vielleicht auch ne schlechte Bildungskarriere dadurch langfristig erleiden.

00:24:59: Das können so erfolgen sein.

00:25:01: aus diesem Kontext heraus.

00:25:04: Dass man sozusagen ein Spirale gerät aus der man selbst nicht mehr rauskommt.

00:25:08: Genau und dass sich das so anbahnt, teils über Jahre und dementsprechend auch sehr hartnäckig sich manifestieren kann und dann braucht man eine längere Zeit um und auch Unterstützung wieder rauszukommen.

00:25:20: Und was erleben Kinder und Jugendliche selbst oft als extrem belastend?

00:25:25: besagte Unterforderung natürlich.

00:25:26: Also das ist klar, das ist ja nun mal der Spagat.

00:25:29: also ich habe einfach andere Möglichkeiten und bin aber gruppiert meistens dann mit anderen Kindern die nicht so aufgestellt sind und dann genau liegt sie am Umfeld das entsprechend zu sehen und aufzugreifen.

00:25:41: Allgemein auch wenn ihre Potenziale uns Begabungen und Talente so nicht gesehen werden oder dass misinterpretiert wird Dann gibt's einen Bereich, den Kinder jünglich auch als sehr belastender Leben.

00:25:51: Wenn sie Sprichkeit haben sozialen Anschluss zu finden.

00:25:54: Also Sie sind vom Kopf her weiter und vielleicht andere Interessen, andere Vorlieben, andere Gesprächsthemen, über die sich sprechen würden, finden dabei jetzt keine Resonanz so in der Altersgruppe wo sie sich bewegen.

00:26:06: also generell das Spannungsfeld.

00:26:07: ich möchte gerne dazugehören gleichzeitig möchte mich aber auch selbst entfalten und das auszutarieren und diese Balance in der Entwicklung zu leben eine gute Passung zu finden.

00:26:19: An sich auch der Aspekt der asynchronen Entwicklung, also wenn Kinder intellektuell sehr begabt sind heißt das ja nicht dass sie sozial emotional oder körperlich weiterentwickelt sind.

00:26:29: und dann kann es auch zu jährigen Situationen kommen also dass die vielleicht dann auch Klassen überspringen vom Kopf her problemlos sozusagen dem Stoff folgen können in der Klassenschufe richtig einsortiert sind.

00:26:40: aber Ein, zwei Jahre jünger sind dementsprechend auch körperlich dann nicht so entwickelt.

00:26:45: Dann kommen die in die Pubertät, dann bilden sich Peer-Groups, dann ist man schnell vielleicht an der Außenseite von einem ganz anderen Interesse hat.

00:26:51: Man ist ja noch kindlicher und darf dann auch noch nicht so viel und so.

00:26:54: Auch ein großes Spannungsfeld im Kontext, auch Begabungsförderung also.

00:27:00: Und wie geht man als System damit um?

00:27:03: Hast du ein vielleicht anonymisiertes Beispiel für uns aus der Praxis das besonders gut zeigt?

00:27:10: Ja, ich habe ein Beispiel mitgebracht.

00:27:12: Wo verschiedene Aspekte vorkommen auf die ich eben ja schon eingegangen bin, kann ich auch gerne skizzieren.

00:27:18: Das ist insofern ... Ich finde es ein sehr schöner Fall als dass die Begleitung dann auch über Jahre immer mal wieder erfolgte.

00:27:25: also sprich den Schüler hab' ich vor knapp acht Jahren schon kennengelernt.

00:27:30: da hat sich die Familie ans HBZ gewandt genau zum Hintergrund.

00:27:33: Also er war damals als die Eltern sich gemeldet haben in der sechsten Klasse im Gymnasium.

00:27:38: Grundschulzeit war okay, war problemlos.

00:27:41: Eltern berichteten, dass er damals aber auch schon so ein gewisser kleiner Außenseiter war.

00:27:45: Er hat da nicht die Resonanz gefunden und hatte andere Interessen.

00:27:48: Jungs haben sich für Fußball interessiert, das war gar nichts sein.

00:27:51: Also eher so kreativ, hat gern gezeichnet.

00:27:53: Damals schon ... Er konnte mit den Hobbys der anderen nicht viel anfangen.

00:27:57: Die Lehrer waren einerseits in der Grundstuhlzeit so begeistert.

00:28:00: Wir sehen den klugen Kopf, dass er gut lernt und das er toll mitmacht und Lernfortschritt erzählt hat.

00:28:06: aber gleichzeitig wurde schon so erkannt okay ist auch ein Träumer war teilweise ein bisschen schlecht organisiert.

00:28:11: also das war die Situation dann jetzt grund warum sie sich gemeldet haben.

00:28:16: auf dem Gymnasium hatte dann in der sechsten klasse dann die lust auf die schule verloren ja hatte gar keine lust hinzugehen hat nicht mitgearbeitet hat dann über besagte Bauchschmerzen geklagt.

00:28:27: Die Leistungen waren da noch so ganz okay, das war jetzt keine Versetzungsgefährdung aber die Eltern haben sich halt große Sorgen gemacht.

00:28:32: Die Schule hat das Verhalten dann aber so gedeutet naja wir ... Wir sehen ihn der macht nicht mit ist nicht konzentriert.

00:28:39: lassen sie doch mal eine ADS abklären also aufmerksam als Defizit.

00:28:43: Diagnose wurde da so in den Raum geworfen.

00:28:45: die Eltern waren dann aufgebracht, es waren dann auch glaub ich bei zwei drei Stellen.

00:28:50: Da wurde das immer negativ beschieden also konnte nicht bestätigt werden.

00:28:54: und die haben dann gesagt lassen sie doch mal Richtung Begabung auch mal schauen wir sehen hier ein fites Kind.

00:29:00: und dann genau kamen Sie halt zu uns und dann haben wir das auch diagnostisch nochmal abgeklärt und konnten das auch aufzeigen und empirisch nachweisen was schon mal ein wichtiger Punkt war.

00:29:12: Zum einen die Eltern darin zu bestärken, hey wir haben es wirklich mit einem klugen Kind zu tun ist kann sich konzentrieren.

00:29:18: nur wir müssen jetzt schauen dass es in der Schule oder im außerschulischen Bereich gute Passungsmöglichkeiten gibt.

00:29:24: wichtig war auch die Schule darüber in Kenntnis zu setzen.

00:29:26: Hey ihr habt da sehr fehliges Kind.

00:29:28: das ist kein Kind mit ADS oder eine andere Geschichte.

00:29:32: Was gut war ist ja ein Fall hier aus NRW Das Gymnasium auch so eine Begabungsbeauftragte Lehrkraft besitzt und die konnte damals auch mit eingebunden werden.

00:29:43: Und dann haben wir damals in der sechsten Klasse geschaut, okay wie welche Angebote können jetzt hier zu einer Motivationssteigerung so ein bisschen beitragen?

00:29:51: Dann war das erstmal gut, dann meldete sich die Fabien erneut als er in der neunten Klasse war, zeigen sich erneute große Schwierigkeiten, mündlich waren er dann auf eine fünf oder sechs schon abgerutscht also fast allen Fächern, er hatte gar nicht mehr mitgemacht.

00:30:05: schriftlich waren vielen Fächeren auch vier.

00:30:08: Das besagte Anders Schiefmann hatte sich so ein bisschen eingestellt.

00:30:13: Wir wussten ja, es ist ein fettes Kind und dann habe ich mit ihm gesprochen und er meinte, ich sehe die Sinnhaftigkeit nicht, interessiere mich halt für bestimmte Sachen wie Naturwissenschaften, Informatik auf das Zeichnerische, Animation, kreative Ader.

00:30:28: Das war immer noch gegeben aber ihm fehlte einfach so die Perspektive überlegt und dann wurde dankenswerterweise von der Schule auch immer möglich an so ein Formatschülerstudium teilzunehmen.

00:30:39: Das heißt, er konnte punktuell Kernunterricht ausfallen lassen und hat dafür einen Uni-Kurs besucht.

00:30:45: Das Format gibt es.

00:30:46: Ich glaube, deutschlandweit müsste es das geben an vielen Unis.

00:30:50: also mit Einverständnis den Eltern der Schule.

00:30:53: Und da hatte dann in Chemie einen Kurs Besuch Toxikologie und das fand er total spannend.

00:30:58: Also es ging nicht darum, dass er jetzt ganz neues Fachwissen so erlangt hat.

00:31:01: Sondern einfach überhaupt ... Oh!

00:31:02: Es gibt ein Leben nach der Schule.

00:31:04: Es gibt einen anderen Horizont.

00:31:05: Das ist irgendwie spannend und nichts Schulisches.

00:31:08: Und das war so der erste Schritt.

00:31:10: Zweite Schritt war, dass ich die Familie und ihn auch auf Akademie-Formate aufmerksam gemacht habe, die es gibt.

00:31:15: Konkret hatte dann an dem sogenannten Games-Talente Wettbewerb teilgenommen?

00:31:19: Ja.

00:31:19: Was ist denn auch eine nachgeschaltete Akadie?

00:31:22: Die Eltern haben berichtet, wow... Gefühl zum Game-Changer.

00:31:25: Also im Sinne von, ich hab da andere kennengelernt die genauso waren wie ich.

00:31:29: Ich habe Kontakte geknüpft also ich habe eine ganz neue Welt kennengelernet und es war dann die Motivationsquelle ihn dann schulig auch zu stabilisieren.

00:31:37: In Klasse zehn hat er sich dann schon stabilisiert.

00:31:40: Von den Noten letztlich ist das nie ein guter Schüler geworden.

00:31:43: Der hat letztes Jahr Abitur gemacht Das war okay.

00:31:46: Also er hatte ein paar Zweier, aber auch drei.

00:31:49: Er hatte einen zwei Fächer vielleicht doch so fünf, sechs Punkte in der Oberstufe.

00:31:54: Aber er hat dann angefangen sich in anderen Bereichen wirklich auszuleben.

00:31:57: Er hat dann noch an weiteren Akademien teilgenommen oder wurde dafür genommen aus dankenswerter Weise Deutsche Schülerakademie.

00:32:03: Er had dann an Wettbewerbenteil genommen.

00:32:05: also er hat sich im Ausschuss richtig ganz tolle Erfahrungen ermöglichen können und konnte da seine Talente entfalten.

00:32:12: Und ja das fand ich sehr, sehr schöner Verlauf der viele Elemente beinhaltet.

00:32:17: Und ich kann es nochmal betonen, so diese Schnittstellen gerade mit Akademien habe ich auch in vielen anderen Einzelfallkontexten sehr positive Erfahrungen sammeln können.

00:32:26: das Jugendliche in der Mittelstufe ist ja hier dann die Juniorakademie, die dann insbesondere auch möglich ist oder auch nach Akademie dass sie da ganz neue Erfahrung sammelt.

00:32:37: und auch wenn das dann nur so neunzehn Tage sind oder vielleicht auch vierzehntage In den Ferien können die da sich ganz neue Kontakte erschließen, ehemaligen Treffen teilen eben.

00:32:47: Also es ist dann in vielen Varianten sehr, sehr positiv.

00:32:51: Sehr, sehr positives Instrument.

00:32:52: Ja, schöne Entwicklung!

00:32:54: Gibt es Momente, in denen du merkst hier stoßen wir als Beratungsstelle an unsere Grenzen?

00:33:02: Ja natürlich das gehört dazu.

00:33:06: Beratungsprozesse sind leider nicht immer von Erfolg gekrönt aber Wir versuchen, unser Bestes ... Natürlich gibt's Situationen, wenn die Veränderungsmotivation jetzt der Klientin in Anführungszeichen nicht gegeben ist.

00:33:16: Also, wenn sich die Eltern nicht bewegen wollen, obwohl sie es vielleicht auch müssten, ja?

00:33:21: In ihrer erzieherischen Art gegenüber dem Kind, dem Jugendlichen.

00:33:26: Wenn man sich im Beratungsprozess im Kreis dreht, dann stößt man an Grenzen.

00:33:30: natürlich auch, wenn man das Gefühl hat, dass eine therapeutische Unterstützung ganz essentiell ist und ... Wir sind Berater und Beraterinnen.

00:33:40: Aber wir sind keine Therapeuten, aber wenn ich das Gefühl habe da ist eine therapeutische Unterstützung sehr notwendig weil ausgeprägte Ängste gegeben sind oder andere diagnostisch klinisch-diagnostische Auffälligkeiten dann verweisen wir entsprechend.

00:33:53: Dann ist es besser in diesem Setting das fortzusetzen.

00:33:57: Und es gibt auch Situationen, wenn das Vertrauensverhältnis dann vielleicht gar nicht gegeben ist zwischen mir als Berater und der Familie dem Klienten.

00:34:06: Wenn die Chemie nicht stimmt?

00:34:07: Genau oder wenn gewisse Wünsche vielleicht auch da nicht erfüllt werden.

00:34:12: Ich sehe mich ja als Berator für das Kind den Jugendlichen also als Anwalt in Anfangszeichen und guck was ist das Beste für das Individuum?

00:34:23: Eltern haben da vielleicht eine andere Perspektive.

00:34:25: Ich hatte auch schon mal einen Fall, wo die Mutter in dem Fall wollte, dass das Kind ne Klasse überspringt.

00:34:31: Also ich war fest davon überzeugt, es muss passieren und das ist genau der richtige Weg.

00:34:34: Dann habe ich mir das angeschaut und habe festgestellt, nee, ich komme da zu einer ganz anderen Einschätzung aufgrund von an einem nächsten Informationen noch der Diagnostik.

00:34:42: Und das hab' ich dann auch so entsprechend beraten weil ich im Sinne des Kindes berate und versuche ... bestmögliche Förderungen für das Kind zu realisieren und nicht um die Mutter oder die Eltern zufriedenzustellen.

00:34:55: Das fand die natürlich dann leider nicht so gut, und dann war klar okay sie vertraut mir nicht oder sie hat was anderes erwartet.

00:35:01: und dann ja weil die Beratung dann auch relativ bald von ihrer Seite dann zu Ende.

00:35:09: Was wünschen sich denn Kinder von den Erwachsenen in so einem Beratungsprozess?

00:35:13: Gibt's da spontan etwas was dir einfällt wenn es darum geht, dass die Kinder ja selber ein Leidensdruck haben.

00:35:21: Den sie formuliert haben und sieht deshalb ... also ihre Eltern deshalb in der Beratungsstelle aufsuchen?

00:35:27: Dann wünschen Sie sich natürlich das, dass Ihnen geholfen wird.

00:35:30: Also ganz platt gesagt ist praktisch Mama und Papa die Verantwortung übernehmen und dann Wege initiieren damit geholpen wird.

00:35:40: Natürlich wünscht sich Kinder- und Jugendliche auch in so einem Beratungsprozess klar nicht bloß gestellt werden.

00:35:45: Also das ist ja immer ein sensibler Kontext und es meinte ich ja vorhin, dass wir als Berater auch dann achten welche Gesprächskonstellationen stellen wir überhaupt her?

00:35:55: also wenn ich jetzt mit Kind und Eltern im Gespräch bin dann führe ich das immer unter Anwesenheit des Kindes ja kindzentriert.

00:36:04: Das heißt um sicherzustellen dass nicht auf einmal die Eltern über Themen sprechen die so sensibel sind das Kind nicht will, dass darüber gesprochen wird.

00:36:14: Deshalb dirigiere ich das Gespräch unter Handwesenheit und das Kind ist zentriert.

00:36:18: Und sprich der Wunsch ist, den ich da aus ableite oder im Vorfeld dann versuche zu erfassen, dass genau das Kind das Jugendliche natürlich verständlicherweise nicht möchte und ich versuche dafür Sorge zu sagen, dass es auch nicht geschieht.

00:36:33: Begabungsförderung gelingt selten allein.

00:36:36: Entscheidend ist häufig wie Schule Beratungen und weitere Unterstützungssysteme zusammenarbeiten Und ob Kinder in ihrem Alltag mit ihren individuellen Bedürfnissen wahrgenommen werden.

00:36:47: Welche Rolle spielen Schulen in der Beratung ganz konkret?

00:36:50: In vielen Beratungskontexten eine sehr, sehr wichtige Rolle.

00:36:54: In vielen beratungen geht es ja darum dass nur Unterforderung auch gegeben ist wo das ja ein häufiges Anliegen hatte ich schon geschildert und im schulischen Kontext, ja dann Lernerwartung enttäuscht werden Frustration gegeben ist.

00:37:06: und dann muss natürlich den vollerweise auch System Schule einbezogen werden.

00:37:09: Weil darum geht es ja, in der Schule zu schauen wie kann man da zu einer Veränderung beitragen?

00:37:14: Und das ist dann auch meine primäre Motivation also Lehrkräfte oder Schule In die Beratungsprozess mit einzubeziehen.

00:37:22: Genau ich erlebe aber glücklicherweise dass Schulen und Lehrkräften aber auch da offen sind.

00:37:26: Also in seltensten Fällen habe Ich erlebt keine Gesprächsbereitschaft bestand, sondern die sind da offen und haben häufig ja vielleicht auch selber einen Anliegen oder Leidenssoge sehen das es notwendig ist.

00:37:38: Und dann ist es auch kein Problem, die Eltern auch davon zu überzeugen und dann eben oft besagte Schweigepflichtentbindung hinzuwirken und sich auszutauschen.

00:37:47: Genau also in solchen Fällen ist es ganz zentral und wichtig, die mit einzubeziehen, also spielen eine sehr wichtige Rolle.

00:37:56: Und wie könnte eine Situation aussehen, in der eine Lehrkraftunterstützung sucht?

00:38:01: Üblicherweise dann, wenn sie selber Leidensdruck hat.

00:38:05: Man muss da sozusagen ... Lehrkräfteschulen haben heutzutage wirklich extrem viele Aufgaben.

00:38:10: Also das erlebe ich, wir haben ja auch viele Projekte im schulischen Kontext und das System Schule ist nicht mehr so wie vor fünfzehnundzwanzig Jahren.

00:38:18: Die Aufgaben die Lehrkräfte zu bewältigen haben, hat sich vervielfacht Und das System ist meistens personell unterversorgt.

00:38:27: Insofern haben die wenig Kapazitäten und sind dann motiviert, sich Unterstützung zu holen nach Beraterich wenn sie selber natürlich auch zusätzlich Leidensdruck erfahren.

00:38:36: Also sprich wenn Sie Schüler haben, die Unterricht verweigern oder die stören und sozial auffällig sind usw.

00:38:44: Oder wenn Eltern auch Druck ausüben klart.

00:38:46: Aber ... Ich betone es.

00:38:48: Lehrkräfte sind an sich, erlebe ich sie ja als offen oder als Schulen für einen Austausch und dank swerterweise.

00:38:54: Glück der Weise gibt das natürlich auch Lehrkräften die nicht erst warten bis der Leinstrupp bei ihnen selbst oder im System sehr sehr hoch ist sondern die auch proaktiv erkennen okay wir haben's hier irgendwie mit einem besonderen Kind zu tun, wirklichen zu tun.

00:39:05: Wir beobachten dass...ich hol mir da nochmal ein Rad neben Fortbildungsangebote war.

00:39:11: Es gibt ja nicht nur uns als spezialisierte Beratungssteller, auch die Schulaufsicht hat entsprechende Anlaufstellen und bietet Fortbildungformate an.

00:39:20: Genau aber das sind so üblicherweise die Situationen also wenn System Schule oder Lehrkraft selber Leidensdruck verspürt dass sie sich Beratungen holen.

00:39:30: Und gibt es etwas was du dir im Umgang mit besonders begabten Kindern von Schulen selbst wünschen würdest?

00:39:37: Ja also Platt ausgedrückt.

00:39:40: In jedes Schulgesetz hat ja entsprechende Paragrafen, also hier bei uns in Nordrhein-Westfalen ist Paragraf eins, jedes Kind hat ein Recht auf individuelle Förderung.

00:39:47: und wenn das einfach gelebt wird?

00:39:50: Das würde ich mir sozusagen ganz pauschal wünschen.

00:39:53: und das heißt dass eine entsprechende Haltung vorhanden ist von Schule und Lehrkraft, dass die Möglichkeiten und Instrumente der Begabungsförderungen zur Anwendung kommen lassen und die sind ja vielfältig, also dass sie offen sind.

00:40:08: Ja ich hab Möglichkeiten der Bindifferenzierung.

00:40:11: Ich habe die Haltung das begabte Kinder nicht erst das normale Penso machen müssen und es dann Zusatzaufgaben bekommen auch.

00:40:18: Das ist ein Klassiker weil dann häufig die begabten Kinder denken okay ich streng mich an um wird damit bestraft, dass ich dann noch mehr machen muss als andere.

00:40:26: Ich möchte direkt was anderes machen und sie vorher rausholen sozusagen.

00:40:30: Vorher schauen okay, was kannst du?

00:40:33: Und nicht immer mehr vom Gleiche.

00:40:35: Genau das ist wichtig, dass Sie Möglichkeiten des Enrichments nutzen also dass die Schülern erlauben in die Tiefe oder in die Breite zu gehen im Unterrichtsstoff dass sie die Möglichkeiten auch der Accedration kennen, dass sie auch offen sind wenn es sinnvoll erscheint und abgeklärt ist ein Klassensprung vorzunehmen.

00:40:58: Dass ihr die besagten außerschulischen Schnittstellen auch kennen wie Wettbewerbe oder Akademieformate.

00:41:04: Viele Akademieformate verlangen ja das Schulen eine Empfehlung auszustellen also überhaupt die Nomination über die Schule erfolgt, dass Sie dann das mitmachen, sich dessen bewusst sind... auch digitale Schnittstände, digitale Tretöre und solche Angebote einfach bekannt sind.

00:41:19: Das würde ich mir einfach so wünschen also dass sie die Klaviatur einfach bespielen, die schon vorhanden ist.

00:41:24: Kannst du kurz erklären was Du mit Acceleration meinst?

00:41:29: Acceleration meint Begabungsfördermaßnahmen, die zu einer Beschleunigung beitragen.

00:41:33: Also ich ermögliche schneller durch die Schulaufbahn zu laufen in dem mich Klassen überspringen oder vorzeitig eingeschult werden oder das sich Schulstoff schneller durchlaufen.

00:41:41: Okay.

00:41:42: Das ist mit Beschleundigungen Acceleration gemeint.

00:41:45: Katharina, jetzt haben wir ganz viel von Michael gehört.

00:41:49: Was brauchen den Schulen aus deiner Sicht damit Begabungsförderung im Alltag wirklich gelingen kann?

00:41:54: Ich glaube Voraussetzung ist erstmal dass man ein gemeinsames Begablungsverständnis im Collegium entwickelt das von allen geteilt wird und dann halt auch eine Diagnostische Kompetenz entwickelt, also Potenziale erkennt und sozusagen das auch nicht an der Noten fest macht.

00:42:14: Das hatte Michael schon gesagt dass das oftmals an den Notenfest gemacht wird sondern dass man wirklich hinguckt auch wenn die Noten nicht so gut sind.

00:42:21: Was wohligen die Potenziale des jeweiligen Kindes?

00:42:25: Dann ganz wichtig auch mit Blick auf die Förderung differenzierte Aufgaben.

00:42:29: Michael hatte das eben schon angenommen, mit der Binn-Differenzierung.

00:42:33: also das ist ein ganz wichtiger Aspekt und herausfordernde Lernumgebungen Also die Kinder zum Denken herausfordern im Dialog oder mithilfe von Aufgaben mit offenen Gesprächsformaten Das ist ganz ganz wichtig.

00:42:47: Und natürlich mit Blick auf die Lehrperson ist ganz wichtig, dass sie weiter fortgebildet werden, qualifiziert werden und zwar auch wissenschaftlich fundiert.

00:42:57: Dass Sie die Möglichkeit haben zu kooperieren untereinander oder auch mit der Schulpsychologie oder auch externen Partnern Netzwerke vor Ort ausbilden.

00:43:07: Das stärkt dann das Beratungssystem.

00:43:11: Ja, auch strukturell verankert wird.

00:43:12: Also dass Lehrpersonen auch Zeit dafür haben sich dem Thema zu widmen, sich weiterzubilden und das ist also ein selbstverständlicher Teil des Lehrerberufs ist.

00:43:26: Und ich glaube am besten wirkt es wenn das eingebettet ist in eine übergeordnete Schul- und Personalentwicklung.

00:43:34: Das zeigt die systemische Verankung, zeigt eigentlich ja die beste Wirkung.

00:43:39: Und wo gibt es deiner Ansicht nach aktuell den größten Entwicklungsbedarf?

00:43:45: Da sehe ich hauptsächlich Entwicklungs bedarfe, insbesondere im Verständnis.

00:43:50: Also

00:43:50: dieses

00:43:51: sehr potenzial orientierte Verständnis das wäre ganz wichtig dass das sozusagen verankert ist im Bildungssystem.

00:44:00: dann aber auch die Qualifizierung von Lehrpersonen, ich hab's eben schon erwähnt.

00:44:05: Und dazu gehörte natürlich auch praxistaugliche Methoden.

00:44:08: Also wissenschaftlich fundierte Qualifzierung schließt für mich... mit ein, dass das was sozusagen vermittelt wird praxistauglich ist.

00:44:17: Dass Lehrpersonen das auch anwenden können im Alltag sonst macht es nicht so viel Sinn.

00:44:23: und natürlich... Das war auch schon eben angeklungen.

00:44:25: diese strukturellen Rahmenbedingung braucht also Zeit klare Zuständigkeiten eine feste Verankerung in der Schule das wären die drei Sachen die sehr wichtig werden.

00:44:35: aus meiner Sicht.

00:44:36: ja Was macht aus eurer Sicht denn gute Beratung im Bereich Begabungsförderung aus?

00:44:42: Also ich kann mal einsteigen, dass eine Voraussetzung aus meiner Sicht für gute Beratung ist natürlich die Professionalität des Beraters der Beraterin.

00:44:53: Das bei uns arbeiten Psychologinnen und Psychologen, Studierte Personen, die teilweise auch noch Zusatzqualifikationen aufweisen wie eben systemische therapeutische Weiterbildung das sie über Fachwissensverfügung in dem Themenfeld ganz wichtig Abseits jetzt von dieser Grundqualifikation des Studiums, dass sie aber auch Kenntnisse besitzt über entsprechende Angebote und Anlaufstellen regional so wie bundesweit.

00:45:19: Weil das im Rahmen der Beratung ja ganz wichtig ist also in der Schule natürlich zu schauen da die Möglichkeiten zu kennen aber auch eben auf andere Anlaufstellen hinzuweisen Ressourcen hinzuweisen.

00:45:31: Dass man aber auch vernetzt ist mit zentralen Akteuren Schulpsychologie, ganz wichtig bundesweit.

00:45:38: Mit vielleicht speziellen Schulen aber auch mit Stiftungen Universitäten die entsprechenden Angebote verfahren.

00:45:43: also ganz wichtig natürlich die Karg-Stiftung die ja das Fachportal hat und eben viele Informationenquellen zur Verfügung stellt Aber auch zur Schulaufsicht.

00:45:53: Also ist für uns auch ganz wichtig dass wenn man mit Schulen zu tun hat dass man auch eben die Schulauf Sicht die Bezirksregierungen dann auch kennt die Ansprechpersonen Ja, um Kern letztlich natürlich aber auch die Haltung.

00:46:04: Also das aus meiner Sicht ist wichtig es die Begabungsentfaltung als Teil der Entwicklung der gesamten Persönlichkeit des Menschen anzusehen und dass man eben diesen systemisch lösen orientierten Ansatz praktiziert in der Beratung.

00:46:18: Absolut also den die Ratsuchenden ernst nehmen und dann das Kind mit seinem gesamten Umfeld in den Blick nehmen.

00:46:25: Das ist total wichtig und ich glaube auch, gerade bei den methodischen Kompetenzen.

00:46:28: Es ist halt auch wichtig dass das immer angemessen ist und passend zur Fragestellung und zum Beratungssetting.

00:46:33: also es gibt nicht eine Methode für eine Frageställung sondern das muss immer sehr individuell angepasst werden.

00:46:40: wenn habe ich da vor mir was hab ich für ne Fragesteller wie liegt Wie ist das beratungs setting?

00:46:44: Ich glaub das ist ganz schwierig Und das macht es dann halt auch so sehr herausfordernd für die Beratenden Dass es im.

00:46:51: es gibt ja kein Rezept für.

00:46:53: Da braucht man halt auch Augenmaß und Mitte dafür, um das richtig zu kalibrieren.

00:46:59: Und genau was vielleicht auch noch mal wichtig ist, das hattest du schon gesagt Michael?

00:47:03: Dieses Wissen wo sie meine Grenzen als Berater wann leite ich weiter?

00:47:07: Ich glaube dass es auch nochmal ganz ganz wichtig das zu betonen und mir wäre nochmal wichtig darauf hinzuweisen Dass diese Qualitätssicherung auch genauso wichtig ist bei der Beratung also dass die Beraterinnen sich permanent fortbilden, wissenschaftlich fundiert.

00:47:24: Dass sie an Intervisionen, Supervisionen teilnehmen einfach um ihr eigenes Warnungssystem auch immer wieder zu reflektieren und neu zu kalibrieren.

00:47:33: das finde ich auch wichtig.

00:47:34: Gibt es eine Botschaft die ihr Eltern oder Lehrkräften mitgeben möchtet aus diesem Gespräch?

00:47:41: Das klang bei Michael schon zwischendurch immer wieder an bei deinem Beschreibung und ich glaube wir haben die ähnliche Idee.

00:47:49: Es geht um Kooperation zwischen Eltern, Haus und Schule.

00:47:52: Und einfach die Nachricht... Die Lehrperson in den Schulen sind nicht allein.

00:47:57: Sie sollen sich Unterstützung suchen im Kollegium, in den schulischen Netzwerken oder auch bei der Schulpsychologie.

00:48:04: Und bitte auch die Eltern einbinden als Erziehungspartner und gemeinsam mit den Eltern die bestmögliche Lösung für das Kind, für den Jugendlichen suchen.

00:48:17: Und auch, wenn das nicht immer die Ideallösung ist.

00:48:21: Kleine Schritte helfen auch und wichtig glaube ich es halt auch immer noch dass man offen ist ja die ergriffenen Maßnahmen immer wieder zu überprüfen anzupassen zum Wohle des Kindes.

00:48:31: aber ganz wichtig Lehrkräfte sind nicht alleine.

00:48:34: sie haben ihre Netzwerke und auch Eltern sind nicht allein.

00:48:38: also Sie können auf die Schule zu gehen, mit den Lehrkräften sprechen und sich aber auch gegebenenfalls außerschulische Unterstützung suchen.

00:48:49: Und ich glaube in dem Moment wo Schule- und Elternhaus konstruktiv zum Wohle des Kindes kooperieren gibt es die bestmögliche Förderung für das Kind.

00:49:00: Das ist das Bestmöglich fürs Kind und das zeigen auch die wissenschaftlichen Ergebnisse und deshalb wäre es mir wichtig dass beide Seiten gut miteinander kooperieren und aber auch wissen, dass weder die Lehrpersonen noch die Eltern alleine sind.

00:49:17: An dieser Stelle vielleicht ein kleiner Hinweis in eigener Sache liebe Hörerinnen, liebe Hörer, wenn sie Elternteil sind und auf der Suche nach einer Beratungsstelle sind oder irgendwo in Deutschland verortet sind werfen Sie einen Blick auf das Karg Fachportal Hochbegabung.

00:49:31: dort finden sich eine Beratungstellen Datenbank mit unzähligen Beratungsstellen in allen Bundesländern.

00:49:40: Dort werden sie sicherlich fündig werden für eine Erstberatung.

00:49:44: im Hinblick auf die Frage, was mache ich mit meinem Kind oder mit dem Jugendlichen im Kontext von Hochbegabungen?

00:49:51: Gibt es eure Sätze oder möchtest du noch ergänzen?

00:49:57: Ja, ich kann mich eben einerseits auf jeden Fall anschließen.

00:50:00: Was ich noch als Botschaftsmitgeben möchte ist eigentlich ein Zitat, das mir sehr gut gefällt.

00:50:05: Das Besag Glück ist im Grunde nicht mehr als seine Fähigkeiten zum hundert Prozent auszuleben.

00:50:11: Es stammt von einem ungarischen Psychologen, der sich auch mit dem Flowerleben beschäftigt hat und das finde ich passt eigentlich sehr gut.

00:50:17: also wenn Eltern es schaffen oder auch Lehrkräfte in ihrer professionellen Rolle dazu beizutragen dass Kinder und Jugendliche in der Lage sind ihre Fähigkeit auszulleben umzusetzen erfolgreich zur Entfaltung kommen zu lassen Dann ist das für die Individuen einfach ein Glückserleben, Lebenszufriedenheit.

00:50:36: Und dass es letztlich der Kern worum geht und auch der Sinn von Begabungsförderung dazu beizutragen, dass jeder aus dem was er hat an Fähigkeiten und Talenten erfolgreich entwickeln kann.

00:50:49: Wenn das geschieht also wenn die Lebenszufredenheit gespürt und erfahren werden kann dann kann ich auch positiv in die Gesellschaft wirken.

00:50:55: Dann profitiert doch die Gesellschaft ins zweite Instanz.

00:50:58: Also diese Botschaft finde ganz wichtig so zu beherzigen.

00:51:02: Zum Abschluss unserer Gespräche stellen wir allen unseren Gästen die selbe Frage, wenn ihr einen Wunsch frei hättet was müsste sich im Bildungssystem eurerseits sofort ändern?

00:51:12: Es müssten viel mehr Ressourcen in das Bildungs-System gesteckt werden also bessere finanzielle Ausstattung, mehr Personal, mehr qualifiziertes Personal, bessere Infrastruktur.

00:51:21: Also da erleb ich als Akteur im Kontext ja Bildungs System, da erlebe ich das an den Enden.

00:51:28: Schulen also Sprich Politik und Gesellschaft müssten einem sehr guten Bildungssystem die oberste Priorität einräumen.

00:51:34: Das wäre mein dringender Wunsch, der idealerweise sofort umgesetzt

00:51:39: wird.".

00:51:41: Da schließe ich mich uneingeschränkt sofort an und denke auch Begabung muss Teil von Vielfalt sein und selbstverständlich eigentlich mitgedacht werden.

00:51:50: Es darf kein Sonderfall sein.

00:51:53: Es ist ein weiterer Wunsch, dass Potenziale sehr früh erkannt werden.

00:51:57: Systematisch auch gefördert werden und Beratung auch strukturell verankert wird und niederschwellig zugänglich ist für alle Beteiligten also Lehrpersonen, Erzieherinnen, Erzierer und auch Eltern Betroffene.

00:52:13: Und für mich wäre halt auch wichtig das wirklich Michael auch schon sehr schön ausformuliert Dass das Kind mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt ist.

00:52:24: Also, dass die Frage im Raum steht was braucht eigentlich das Kind um sich bestmöglich zu entwickeln?

00:52:31: Um glücklich zu sein wie Michael das schon auch ausformuliert hat.

00:52:35: Danke sehr Liebe Katharina.

00:52:37: lieber Michael vielen Dank für das Gespräch und die spannende Einblicke in die unterschiedlichen Aspekte auf den Bereich Beratung im Kontext von Hochbegabungen.

00:52:46: ich nehme aus dem Gespräch heute vor allem mit wie unterschiedlich die Fragen und Herausforderungen sein können, mit denen Familien, Schulen, Fachkräfte im Kontext von Hochbegabung konfrontiert sind.

00:52:58: Gute Beratung bedeutet nicht einfach schnelle Lösungen zu liefern – was ich aus dem Gespräch außerdem mitnehme.

00:53:05: Begabungsförderung funktioniert eigentlich nie allein.

00:53:09: Entscheidend ist oft, wie Schule, Familie und Beratungen miteinander zusammenarbeiten und gemeinsam auf das Kind schauen.

00:53:15: Und vielleicht zeigt gerade das Wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche nicht vorschnell in Schubladen zu stecken sondern genau zuzuhören ihre Perspektiven ernst zu nehmen und gemeinsam herauszufinden was sie wirklich brauchen.

00:53:29: Liebe Hörerinnen, liebe Hörern vielen Dank fürs Zuhören!

00:53:32: In der nächsten Folge schauen wir uns gemeinsam das William Stern-Programm der Karg-Stiftung etwas genauer an.

00:53:37: Wir sprechen darüber wie neue Forschungen im Bereich Hochbegabung angestoßen werden kann und warum es wichtig ist neue Forscherinnen und Forscher für das Thema zu gewinnen Denn genau daraus können neue Impulse für Begabungsförderung entstehen und wir können langfristig zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen.

00:53:55: Empfehlen Sie unseren Podcast gerne weiter!

00:53:57: Und wenn sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an podcast@kark-stiftung.de.

00:54:03: Bis zum nächsten Mal bei Karg Perspektiven Eine Produktion von Poolartists.

00:54:19: Mehr zur Arbeit der Karg-Stiftung findet ihr auf karg-stiftung.de.

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