Begabungen erkennen – Die Rolle der Lehrkraft in der Begabungsförderung
Shownotes
Welche Rolle spielen Lehrkräfte in der Begabungsförderung? Und wie kann Unterricht so gestaltet werden, dass Kinder und Jugendliche ihre Potenziale entfalten können?
In dieser Folge von Karg Perspektiven – Bildung, Begabung, Potenziale sprechen wir mit Birgit Paster. Sie ist Lehrerin in Bayern sowie Referentin am Institut für Schulqualität und Bildungsforschung und an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen.
Im Gespräch berichtet sie, wie die Arbeit mit besonders begabten Schülerinnen und Schülern ihren Blick auf Unterricht grundlegend verändert hat. Gemeinsam sprechen wir über die Rolle der Lehrkraft als Lernbegleitung, den Mut, Verantwortung für Lernprozesse an Schülerinnen und Schüler zu übertragen, und die Bedeutung einer pädagogischen Haltung, die individuelle Potenziale in den Mittelpunkt stellt.
Außerdem geht es um Eigenverantwortung, Schulentwicklung und den kollegialen Austausch. Birgit Paster gibt Einblicke in ihre langjährige Praxis und zeigt, wie Begabungsförderung im Schulalltag gelingen kann und welche Impulse sich daraus für die Unterrichtsentwicklung ergeben.
In dieser Folge erfahren Sie unter anderem,
- welche Rolle Lehrkräfte als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter einnehmen können
- warum eine potenzialorientierte Haltung für die Begabungsförderung wichtig ist
- wie Eigenverantwortung und selbstgesteuertes Lernen gefördert werden können
- welche Möglichkeiten das Drehtürmodell für die individuelle Förderung bietet
- welche Bedeutung der kollegiale Austausch für die Schulentwicklung hat
- welche Impulse Begabungsförderung für die Unterrichtsentwicklung geben kann
Zu Gast Birgit Paster ist Lehrerin in Bayern sowie Referentin am Institut für Schulqualität und Bildungsforschung und an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit Begabungsförderung, Potenzialentwicklung, individueller Förderung und Schulentwicklung.
Weiterführende Informationen
- Karg-Stiftung: https://www.karg-stiftung.de
- Fachportal Hochbegabung: https://www.fachportal-hochbegabung.de
- Karg Campus Schule https://www.karg-stiftung.de/programme/karg-campus/
- Karg Impulskreise https://www.karg-stiftung.de/programme/karg-impulskreise/impulskreise-schule/
Transkript anzeigen
00:00:00: Jedes Kind hat Begabungen, egal ob es jetzt eine Diagnose als hochbegabtes Kind hat oder nicht.
00:00:05: Und ich sehe die Aufgabe als Lehrkraft darin dass man die Augen offen hält und schaut Begäubungen zu erkennen dass es mir gelingt, die anzuerkennen und dann zu schauen wo kann ich fördern beziehungsweise wie kann ich die Schülerinnen und Schülern befähigen?
00:00:24: Dass sie sich selbst weiter entwickeln können.
00:00:27: Und dass Sie die Verantwortung für Ihr Lernen übernehmen können.
00:00:30: also das müssen Sie selber tun.
00:00:32: dafür kann Ich den Rahmen schaffen.
00:00:51: Herzlich willkommen zu Karg Perspektiven.
00:00:54: Hier sprechen wir einmal im Monat über Hochbegabung und über die Frage, wie Bildung so gestaltet werden kann dass das Recht auf Bildung für alle Kinder und Jugendlichen eingelöst wird.
00:01:04: Mein Name ist Nicole Und ich bin Teil des Podcastteams der Karg-Stiftung und heute ihre Gastgeberin hier bei Karg Perspektiven.
00:01:12: In dieser Folge widmen wir uns dem Thema Begabtenförderungen in der Schule und den damit verbundenen Fragen Welche Rolle spielen Lehrkräfte dabei?
00:01:21: und welche Voraussetzungen brauchen Schulen, um hochbegabten Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden.
00:01:27: Darüber spreche ich heute mit Birgit Paster.
00:01:30: Sie ist Lehrerin in Bayern und gibt uns Einblicke in ihren Schulalltag und in einen Unterricht der sich verändert hat – hin zur mehr Eigenverantwortung, mehr individueller Förderung und neuen Perspektiven auf Lernen!
00:01:48: zusammen sitzen können und uns über das Thema im Rolle der Lehrkräfte in der Begabungsförderung unterhalten können.
00:01:54: Vielleicht magst du einmal ganz kurz sagen, wer du bist und wo du herkommst?
00:01:58: Ja Nicole ich freue mich auch dass sich heute in Frankfurt sein darf und mit dir das Gespräch führen darf.
00:02:03: Ich komme aus Bayern, bin dort Lehrerin an einem Gymnasium mit den Fächern Chemie und Geografie.
00:02:09: Das Comenius-Gymnasium, an dem ich bis zum letzten Schuljahr noch unterrichtet habe hat Klassen für besonders begabte Schülerinnen und Schüler sogenannte Förderklassen Und in diesen Klassen hab' ich mich an das Thema Begabtenförderung gemacht.
00:02:23: Studiert hatte ich in Regensburg Referendariat in München und bin seit Jahrzehnte an der Schule gewesen.
00:02:30: Und durfte jetzt ans Institut für Schulqualität und Bildungsforschung nach München mit einer halben Stelle gehen und an die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung nach Dillingen.
00:02:41: Und darf da als Referentin mich jeweils um die Themen Begabungs-Begabenförderungen, Begarbungs- und Potenzialentwicklung kümmern und auch den Blick auf die individuelle Förderung und das Projekt LEMAS Leistung macht Schule
00:02:55: kümmern.".
00:02:55: Danke schön!
00:02:56: Du hast ja gerade schon erzählt, dass du an dem Kommunämen-News-Gymnasium das erste Mal mit dem Thema Begabungsförderung in Kontakt gekommen bist.
00:03:06: Wie hat das denn deine Sicht auf Unterricht verändert?
00:03:09: Boah, total!
00:03:10: Ich kam direkt nach dem Referendariat ans Communios-Gymnasium und dachte mir, boah, neue Schule, Internat, Seminarbetrieb – und dann noch Klassen für Hochbegabte.
00:03:22: Ich fühlte mich total überfordert und war total skeptisch.
00:03:26: Was ist es jetzt?
00:03:27: Und dann habe ich dort angefangen, durfte in den Klassen unterrichten und habe ziemlich schnell gemerkt dass das großen Spaß macht weil die Kinder in der Klasse total aufgeschlossen waren und nachgefragt haben und viel Wissen mitgebracht haben und Interesse da war.
00:03:45: Und es hat mir Spaß gemacht.
00:03:47: Es waren aber auch Herausforderungen damit verbunden und wie man das macht, dass man alle fördert, erfordert.
00:03:57: Und ich war kurz nach dem Referendariat ja tatsächlich noch beschäftigt so einzusteigen in meinen Lehrer da sein.
00:04:05: Das war im Gesamtpaket nicht ohne Aber ich habe meine Nische gefunden und bin dem Thema dann treu geblieben und finde es ganz spannend.
00:04:16: Der sprüht so die Begeisterung raus für einen irgendwie anderen Unterricht, wenn du das jetzt mal mit deinem Referendariat vergleichst.
00:04:24: Wie würdest du beschreiben?
00:04:26: Waren da deine Hauptaufgaben im Klassenzimmer und wie hat sich das verändert im Vergleich dazu am Communios-Gymnasium?
00:04:35: Naja erstmal... glaube ich war der Unterschied nicht ganz groß, man hat ja das gelernt wie man das macht und wie man vorgeht.
00:04:42: Und wie man seinen Unterricht plant.
00:04:44: Ich denke die ersten Jahre war ich schon sehr damit beschäftigt meinen Unterricht vorzubereiten Stoffanalysen zu machen, Stoffverteilungspläne zu gestalten im Unterricht eine Routine zu bekommen Glasrummanagement zu optimieren und also das waren viele Dinge.
00:05:04: Ich würde sagen, es war ein sehr strukturierter Unterricht.
00:05:09: Den ich am Anfang gemacht habe.
00:05:12: wie ich es gelernt habe und mit den Jahren hab ich immer mehr erfahren dass man flexibel sein darf und flexibel seien muss und ich habe es geschafft mich mehr auf die Bedürfnisse meiner Schülerinnen und Schülern einzustellen und den Mut zu haben, einfach Schwerpunkte zu setzen.
00:05:33: Und ich glaube ein Punkt war mal bei einem Fortbildung hieß es nur weil sie alle Themen des Lehrplans für sich abgehakt haben und das den Schülerinnen erzählt haben heißt es noch lang nicht dass die Schülerin das alles und die Schüler das alles auch wissen und mitnehmen.
00:05:53: Das hat mir tatsächlich zu denken gegeben dass ich mir Zeit nehmen darf, auch mal in die Tiefe zu gehen.
00:06:00: Aspekte anders zu sehen.
00:06:03: und ich würde sagen mit dem kompetenzorientierten Lehrplan und den kompetenz orientierten Unterricht kommt das auch der Ort des Unterrichtens, die den begotten Klassen gut tut auf noch mehr viel näher.
00:06:17: Du hast gerade gesagt es gab so einen Moment in der Fortbildung der für dich so ein Knackpunkt dargestellt hat.
00:06:24: Wie ist es?
00:06:25: Gab es auch im unterrichten Moment, wo du gemerkt hast, Mensch, Begabungs- und begabtenförderung ist mehr als ein pädagogisches Konzept vielleicht oder kann mehr bewirken?
00:06:39: Gibt's vielleicht Schülerinnen und Schüler, wo Du das besonders gemerkt hattest?
00:06:43: Ja sicherlich!
00:06:43: Also wenn ich jetzt noch mal sage, dass eine war dieser Knackpunkt, wo ich gemerkt habe, ich brauche einfach Mut Und was anderes zu probieren und der Mut, der hat sich bestätigt.
00:06:54: Dass man ganz schön viel einfach machen darf und ausprobieren kann.
00:06:58: Im Unterricht selbst würde ich so beschreiben... Ich denke jedes Kind hat Begabungen egal ob es jetzt eine Diagnose als hochbegabtes Kind hat oder nicht.
00:07:08: Und ich sehe die Aufgabe als Lehrkraft darin dass man die Augen offen hält und schaut Begabe zu erkennen dass es mir gelingt, die anzuerkennen und dann zu schauen wo kann ich fördern beziehungsweise wie kann ich die Schülerinnen und Schülern befähigen?
00:07:27: Dass sie sich selbst weiter entwickeln können.
00:07:30: Und dass Sie die Verantwortung für Ihr Lernen übernehmen können.
00:07:33: also das müssen Sie selber tun.
00:07:35: dafür kann Ich den Rahmen schaffen!
00:07:42: Ja, wie viel da zurückkommt.
00:07:44: Vielleicht nicht im ersten Moment aber über die Jahre in denen ich jetzt seit dem Unterricht war habe ich dann immer wieder von Schülerinnen und Schülern zum späteren Zeitpunkt Rückmeldungen bekommen dass ihnen das Gespräch die ein oder andere Situation das Projekt geholfen hat.
00:08:04: Und wenn ich ehrlich war und reflektiert hatte zum Zeitpunkt, wo ich dieses Projekt direkt durchgeführt hatte, war ich mir einfach nicht sicher ob das alles so passt.
00:08:15: Ob ich da auf dem richtigen Weg bin?
00:08:17: Denn es war ja irgendwo Neuland!
00:08:19: Es waren nicht mehr – wie du es vorher gesagt hast – dass was sich im Referendariat eins zu eins gelernt habe, Punkte des guten Unterrichts darstellen.
00:08:30: Es war etwas anders, individueller vielleicht für mich passend, vielleicht für den Schüler die Schüleren passen und diese Bestätigung, die dann deutlich später kam, hat mich wieder ermuntert da weiterzumachen auch wenn ich zwischendurch bestimmt mal beim Zweifeln war.
00:08:49: also das wäre jetzt gelogen wenn es die Phasen nicht gegeben hätte.
00:08:53: Das heißt, Begabungs- und begabten Förderungen ist irgendwie auch Persönlichkeitsentwicklung.
00:08:58: Würdest du sagen?
00:08:59: Definitiv!
00:08:59: Und wenn ich jetzt den Blick zurückwerfe... ...ist sicherlich die Rolle, die sich bei mir verändert hat oder meine Haltung, die es sich verändert hat, das Wesentlichste.
00:09:09: Am Anfang war ich der Impulsgeber, ich war der Wissensvermittler also ich könnte fast sagen so ein Clown, der alles gemanagt hat im Klassenzimmer und das war ganz anstrengend.
00:09:22: Momentan oder über die Jahre sehe ich mich immer mehr auch als Lernbegleiterin, als Unterstützerin, die dafür verantwortlich ist, die Materialien aufzubereiten.
00:09:32: Den Unterricht zu strukturieren und zu gestalten aber das Wissen aufgenommen wird dass die Schülerinnen und Schüler etwas lernen.
00:09:42: Die Verantwortung versuche ich mehr auf die SchülerInnen und Schüler auch zu übertragen denn ich habe festgestellt, dass ich das gar nicht beobachten kann.
00:09:54: Und diagnostische Möglichkeiten gibt es viele aber dafür hab' ich oft nicht die Zeit, das auch noch zu machen und dieser Mix von meiner Diagnostik und der Verantwortung, die bei den Schülerinnen und Schülern liegt ist ein ganz guter finde
00:10:11: ich.".
00:10:12: Wie reagieren die Schülerinnen- und Schüler wenn sie plötzlich mehr Eigenverantwortung bekommen?
00:10:18: Das ist ganz unterschiedlich.
00:10:20: Es gibt Schülerinnen und Schüler, die da sehr froh sind, wenn sie die Eigenverantwortung übernehmen können, wenn Sie das dürfen, die auch die Skills und die Fähigkeit haben es zu machen und sehr erfolgreich sein.
00:10:32: Ich würde sagen, dass sind die leistungsstarken Schülerinnen- und Schülern, die gute Lernstrategien auch haben, die über gutes Selbstkonzept verfügen – und die sind dafür sehr dankbar, dass sie nicht warten müssen bis alle anderen so weit sind!
00:10:47: Es gibt aber auch Kinder und Jugendliche, die diese Fähigkeiten noch nicht haben.
00:10:53: Und da braucht es einfach die Unterstützung von der Lehrperson – also die Unterstützung vor mir als Lernbegleiterin – aber auch durch das Material, das so strukturiert ist, dass die Kinder, die das noch nicht hat, selbstständig arbeiten können.
00:11:10: Es braucht aber auch die Struktur durch den Raum dass klar ist, wann was gemacht wird und auch unseren Zeitplan den man ihnen noch vorgeben kann.
00:11:20: Also ich würde dem Begriff des Calfholdings einfach nehmen also im Sinne von einem Gerüst von Leitplanken die man den Kindern geben soll und dann einfach schaut wie viel Hilfe es nötig und dann versucht so wenig wie möglich an Unterstützung und Hilfe erzugeben.
00:11:41: Da würde ich sagen, das ist Trial and Error.
00:11:44: Also da muss man sich einfinden und ausprobieren und ja dann wieder das Material anschauen und beim nächsten Mal wieder ausprobierend und gucken welche Schülerschaft habe ich jetzt?
00:11:56: Bisschen Fingerspitzengefühl.
00:11:58: und da würde ich alle ermuntern, einfach es zu probieren.
00:12:02: Zu schauen, zu reflektieren und wieder
00:12:05: weiterzumachen.".
00:12:06: Ja du hast ja gerade gesagt Es ist so ein bisschen Twilight Error Verfahren.
00:12:13: Ich könnte mir vorstellen dass einen das auch verunsichern kann.
00:12:16: an bestimmten Stellen wenn man so merkt so oh das funktioniert überhaupt nicht.
00:12:20: was ich mir vorgestellt habe wie bist Du damit umgegangen mit solchen Unsicherheiten?
00:12:26: Die Frage ist total wichtig und ich würde sagen, das ist der kollegiale Austausch.
00:12:32: Der mir hier sehr geholfen hat... vor allem dann auch ab im Jahr zwei Tausend Fünfzehn, wo ich dann auch intensiver in den Begabenklassen noch unterrichtet habe.
00:12:41: Wir gingen dann in die Kalkampusschule Bayern Ausbildung.
00:12:46: da hat sich bei unserer Schule ein sogenanntes Kompetensteam formiert, wo wir in einem wöchentlichen Austausch auch standen, wo das Thema Begarbungs- und Begabenförderung eine größere Rolle eingenommen hat, immer mal wieder mit Fortbildungen auch Input bekommen haben, ermuntert wurden.
00:13:05: Das Ganze auszuprobieren und in diesem Schulentwicklungsprozess der da gestartet ist einfach ein sehr intensiver Austausch im Collegium mit den Kolleginnen und Kollegen da war und es dann plötzlich spannend war über Erfolge aber Ja, Misserfolge zu sprechen.
00:13:24: Ich finde, Misservolge ist vielleicht ein falscher Begriff aber Stolpersteine hören Herausforderungen um sich gegenseitig zu helfen und sich gegenszeitig zu unterstützen.
00:13:35: Und da gab es, finde ich so zwei Situationen regelmäßig.
00:13:39: das dann jemand gesagt hat stimmt mir geht's genauso und dass es total erleichtern zu sehen man is nicht allein oder Stimmt, hatte ich auch.
00:13:50: Ich habe so gelöst dann hab' ich einen Lösungsvorschlag oder wirklich?
00:13:55: Damit habe ich gar kein Problem!
00:13:57: Ich mach das immer so und so und das war total konstruktiv und hilfreich und hat uns glaube ich insgesamt geholfen da gut weiterzumachen.
00:14:08: Das heißt so der Austausch im Team, die Unterstützung das Gemeinsame sich auf dem Weg machen.
00:14:14: Ist für dich ein großer und wichtiger Punkt für das Einführen und für das Gelingen von Begabungs- und begabten Förderung an der Schule?
00:14:24: Ja ich denke schon es ist auch am Anfang für mich nicht so klar gewesen wie bedeutsam auch ein gemeinsames Begarbungs-und Verständnis ist.
00:14:33: Begabungs- und Begabenförderung, wenn man die Literatur anschaut.
00:14:38: Wenn man die Wissenschaftler befragt, boah das geht weit auseinander aber es gibt so einen Kernpunkt der gleich ist und ich denke dieses gemeinsame Begarbungsverständnis war ganz wichtig auch dieser.
00:14:54: Ich würde das als Ihr Glauben bezeichnen und bitte mich dazu entschuldigen, dass es nicht ganz korrekt ist.
00:15:00: Aber viele Kolleginnen und Kollegen hatten gerade als unsere Klassen für besonders begabte und hochbegabte Schülerinnen und Schüler eingeführt wurden die Vorstellung, dass ich jetzt Hochleistende, Hochbegapte an der Schule habe wo ich viel schneller... im Unterricht vorankomme, wo alle Schülerinnen und Schüler nur noch sehr gute Noten schreiben.
00:15:21: Und ich gar nicht mehr fertig werde, Stoff vorzubereiten in dieser
00:15:25: Fülle.".
00:15:27: Und die Realität sieht anders aus!
00:15:30: Die gibt es auch?
00:15:32: diese Schülerinnen und Schülern, aber es gibt mehr.
00:15:34: Es gibt auch andere Achieferen, es gibt auch Schülerinnen die v.a.
00:15:38: mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich sehr begabt sind, sehr interessiert sind sich umgekehrt im sprachlichen Bereich etwas schwerer tun womöglich nicht deshalb weil sie weniger begabts sind sondern weil sie wenig interessiert wäre im Nachhinein jetzt meine Antwort hier zu sensibilisieren ein gemeinsames und gemeinsamen Blick zu haben, hier auch nachzujustieren.
00:16:08: Und zu schauen was brauchen die Kinder?
00:16:10: Was brauchen wir im Unterricht?
00:16:12: wie gehen wir mit den Herausforderungen gemeinsam um?
00:16:15: welche Schasen haben wir dadurch?
00:16:17: das war ganz ganz wichtig und es brauchte Zeit und das war ein wichtiger Prozess den wir als Schule gemeinsam dann bestritten haben.
00:16:27: Das heißt wenn Lehrkräfte sagen Ich würde ja gerne mehr für begabte Schülerinnen und Schülern tun, aber mir fehlt im Alltag einfach die Zeit dafür.
00:16:37: Was würdest du ihnen antworten?
00:16:39: –
00:16:39: Ich verstehe die Kolleginnen und Kollegen und ich kann das nachvollziehen und ich würde lügen wenn ich nicht sage, mir geht es auch so oder mir geht's auch manchmal so.
00:16:49: Gleichzeitig glaube ich dass ganz viel Belastung von den Schülerinnen- und Schulern und von den Eltern schon weggenommen wird Wenn man sie einfach sieht, wenn man das Ganze einfach anerkennt.
00:17:02: Wenn man wahrnimmt ja da ist etwas wo man hinschaut wo man versucht zu unterstützen wenn es die Zeit lässt wo man dem Kind aber auch Freiräume gibt dass es selbst für sich sorgen darf indem er zum Beispiel das Drehtürmodell an der Schule einführt.
00:17:22: Das war eine Maßnahme die für uns ganz wichtig war.
00:17:26: Also Drehtürmodell.
00:17:27: darunter versteht man, dass man einen Vertrag mit den Schülerinnen und Schülern schließt wo auch die Lehrkräfte informiert sind aus deren Unterricht das Kind rausgeht.
00:17:39: Und in einer anderen Situation lernt und dort von einem Mentor eine andere Lehrkraft betreut wird Und hier sind auch die Eltern mit im Boot, dass sie auch wissen, das das Kind in einem Teil des Unterrichts nicht teilnimmt.
00:17:54: Selbstständig dafür verantwortlich ist, die verpassten Unterrichtshinhalte nachzuholen und sich dafür aber in dieser Zeit mit einem selbst gewählten Thema, dessen natürlich mit der Mentoring-Lehrkraft abgesprochen es beschäftigt – und im besten Fall die Ergebnisse dieser Recherche wieder in den Unterricht zurückbringen, sodass die Klasse auch davon profitieren kann!
00:18:16: Und das ist eine Maßnahme, die ehrlich gesagt sehr wenig Aufwand bedeutet für die einzelne Lehrkraft.
00:18:23: und mit diesem Vorgehen zeigt man dem Kind aber auch ich habe dich gesehen.
00:18:28: Ich hab deine Bedürfnisse gesehen.
00:18:30: du darfst mal was anderes machen wenn du es möchtest.
00:18:34: also ich übertragte Verantwortung und ich öffne Räume.
00:18:39: Und an dieser Stelle vielleicht aus der Praxis wird dieses Dreh-Türmodell von manchen Schülerinnen und Schülern sehr, sehr dankbar angenommen.
00:18:48: Andere probieren es aus und sagen nach ein, zwei Stunden, Frau Pastor das ist echt gut dass ich das machen dürfte bis total langweilig Ich will das allein gar nicht machen!
00:18:58: Ich bleibe lieber im Klassenzimmer und auch damit ist dieses Bedürfnis befriedigt.
00:19:04: Man hat selbst die Wahl und macht wieder mit, als ich denke Dreh-Tür rausdrehen und wieder reindrehen aus Schülersicht.
00:19:13: Raus drehen und rein drehen aus Lehrer sich bedeutet aber auch wenn man merkt der Schüler und die Schülerinnen können diese Verantwortung noch nicht übernehmen dass man dann sagt Ich glaube wir beenden an dieser Stelle jetzt dieses Projekt und probieren es beim nächsten Mal nochmal.
00:19:27: oder willst du noch weiter machen?
00:19:28: was brauchst du dafür?
00:19:30: Also das wäre eine Methoden, kleine und da gibt es noch viel mehr.
00:19:38: Und ich denke hier macht's einfach Sinn wenn man sagt Ich hätte ein Kind wo ich das erwarte dass wir mit anderen Kollegen in den Austausch kommen oder vielleicht Einfach mal eine kleine Vorbildungseinheit Macht was für Möglichkeiten gibt Oder sich Beratung bei einer Beratungsstelle holt.
00:19:57: Das braucht vermutlich etwas Zeit das gebe ich zu und gleichzeitig Es ist dadurch möglich danach Zeit und Energie zu sparen, weil man sich souveräner fühlt im Umgang.
00:20:11: Und ich habe mit manchen Lehrkräften gesprochen die haben gesagt ja es ist oft so dieses schlechte gewissenes Nackt.
00:20:18: also ich müsste ja ich sollte ja und die Energie wird trotzdem verbraucht ohne dass man was verändern kann.
00:20:26: Also schauen wo gibt's die Möglichkeit die Kinder auch zu unterstützen?
00:20:35: Das bedeutet aber auch, dass ich als Lehrkraft loslassen muss ein Stück weit von meinem Rollenverständnis.
00:20:43: Von meinem eigenen Gefühl.
00:20:46: Ich bin diejenige, die das Wissen vermitteln muss.
00:20:49: Ich bin derjenige dafür sorgen muss, dass die Schülerinnen und Schüler tatsächlich etwas lernen.
00:20:55: Es ist
00:20:55: ganz viel Vertrauen was da ja auch abgegeben wird oder reingegeben wird in die Schülerin und Schülern.
00:21:04: wie
00:21:05: Würdest du sagen, wird so eine neue Rolle als Lehrkraft im Kollegium diskutiert?
00:21:11: Die Rolle wird ganz unterschiedlich diskutiert denke ich.
00:21:16: Je nachdem welcher Lehrertyp man auch ist und wie man sich auf das Ganze erstmal einlassen kann.
00:21:24: Ich persönlich für mich war dass die Erlösung, dass ich in meinem Unterricht diese Freiheit habe mit den Schülerinnen und Schülern auch ins Gespräch zu kommen.
00:21:37: Die Beziehungen noch mehr aufzubauen und die Verantwortung zu übergeben weil das sehr entlastet vor allem wenn Unterrichtsmaterial dann gut aufbereitet ist, dass die Schülerinnen- und Schüler selbst gesteuert auch lernen können, dass die Materialien so gestaltet sind.
00:21:57: Dass man einen klaren Ablauf hat.
00:22:00: was muss getan werden?
00:22:02: Dass die Schülerinnen und Schüler gelernt haben.
00:22:05: wie kann ich selbst die Ergebnisse kontrollieren Wie kann man peer-to-peer also von Schüler zu Schüler arbeiten Und auch da die unterschiedlichen Stärken nutzen?
00:22:17: Dann ist es eine Entlastung für die Lehrperson.
00:22:21: Das erfordert aber den Mut, das loszulassen.
00:22:25: Und ich beobachte auch viele Kolleginnen und Kollegen die sagen Ich kann mir das nicht vorstellen dass das Ganze funktioniert Wenn ich da nicht mit Druck dahinter stehe wenn ich dann nicht durch Leistungsnachweise kontrolliere Dann kann es gar nicht funktionieren.
00:22:43: und ich denke auch die Sicht ist berechtigt Denn für die Schülerinnen und Schüler Es ist wichtig, das zu lernen und dass Sie es gewohnt sind.
00:22:55: Wenn ich Ihnen nur punktuell mal die Verantwortung übertrage dann probieren Sie's aus ob sie die Verantwortung nicht auch abgeben können oder sich herauswinden können – und das ist frustrierend!
00:23:08: Wenn Sie aber merken, das funktioniert nicht.
00:23:11: Ich muss es trotzdem dann selbstständig nacharbeiten und ich muss etwas tun.
00:23:16: Dann kommen sie in einen Flow und lernen diese selbständige, selbst regulierte Lernen und man bekommt dann ganz positive Rückmeldungen.
00:23:27: Und wir haben einige Kolleginnen und Kollegen die das dann auch ausprobieren oder immer mehr, die das ausprobiert in den Austausch kommen, die mal einzelne Phasen machen, einzelne Projekte anbieten und da dann positive Erfahrungen machen.
00:23:45: Und wir beobachten auch das in Klassen wo es häufiger gemacht wird – das sind jetzt bei Kumenius-Gymnasium also meiner alten Schule Die Modellklassen, die Begabenklassen gewesen.
00:23:59: Da sind die Schülerinnen und Schülern das schon gewohnt.
00:24:02: Und man braucht wenn man so etwas neu ausprobiert zum Beispiel ein Contracting, da sage ich gleich noch dazu was es ist dann funktioniert das ganz schnell.
00:24:11: in einer Klasse die das nicht gewohnd ist braucht man für die Einführung dieser neuen Methode einfach noch mehr Zeit.
00:24:20: Das muss man dann einplanen.
00:24:22: Ich habe jetzt das Contracting erwähnt, da geht es darum dass man Verträge mit den Schülerinnen und Schülern macht.
00:24:29: Dass man am Jahresanfang bespricht welche Sozialformen im Unterricht sind ihnen wichtig?
00:24:34: was würden sie gerne machen?
00:24:36: Dass man drüber spricht welche Art der Leistungserhebungen wollt ihr machen sollen's?
00:24:42: in Bayern gibt ja die kleinen unangekündigten Leistungsnachweise also Stegreifaufgaben extemporalen.
00:24:48: Wollt ihr das oder nicht?
00:24:50: wenn man die Politiker verfolgt oder die politische Diskussion verfolgen, wird hier auch gestritten.
00:24:56: Und ich finde es faszinierend dass es Klassen gibt wo die Schülerinnen und Schülern sagen wir wollen das und es gibt Klassen wir wollen auf keinen Fall.
00:25:05: Also auch hier gibt es kein richtig und kein falsch.
00:25:10: alles hat seine Berechtigung.
00:25:12: aber die Möglichkeit mit den Schülern, mit den Klassen zu besprechen und die Kinder dann auch partizipativ teilhaben zu lassen an der Unterrichtsgestaltung ist auch eine schöne Methode, die ich nur empfehlen kann.
00:25:27: Und man darf sich aber wenn man es ausprobiert nicht wundern dass die Schüler sagen wie was wollen sie jetzt?
00:25:33: Wir machen so wie immer!
00:25:36: Ja wir sind immer ja also Sie fragen da aus.
00:25:39: und also so wie sollt alle machen?
00:25:41: Also Schüler sind dann Und Schülerinnen natürlich auch Gewohnheitstiere, die dann gerne einfach wissen wie es läuft.
00:25:50: und Neues Unbekanntes macht das Ganze manchmal einfach auch schwierig.
00:25:58: Da müssen wir uns alle überwinden also sowohl die Lehrpersonen als auch die Schülerinnen und Schüler und vermutlich auch die Schulleitungen.
00:26:04: Also es ist neues Terror und man muss mutig sein.
00:26:08: Das ist sehr schön!
00:26:09: Man muss Mut haben.
00:26:11: Du hast gerade schon beschrieben, dass auf Schule und auf den Schulalltag viele Erwartungen gelegt werden von innen und von außen.
00:26:21: Und manchmal prallen die auch ein bisschen aufeinander.
00:26:25: Wie erlebst du dann den Spagat zwischen individueller Förderung auf der einen Seite?
00:26:30: Und vielleicht auch systemischen Anforderungen, politischen Anfordernungen auf der anderen Seite?
00:26:36: Ja, ein Spagatkart ist nicht einfach!
00:26:39: Es ist anstrengend und nicht jeder kann ihn, würde ich jetzt mal sagen.
00:26:43: Rein vom Touren betrachtet Und ich glaube das es in der Schule das gleiche.
00:26:49: und trotzdem kann man mit kleinen Dingen anfangen.
00:26:55: Natürlich gibt es den Lehrplan natürlich gibt es Schulordnung die Regelungen über die Erhebung von Leistungsnachweisen haben Anordnungen, wie man zum Beispiel Nachteilsausgleiche machen kann für Schülerinnen und Schüler die einen Inklusionsbedarf haben.
00:27:16: Und ich denke dass dieser Rahmen ganz wichtig ist.
00:27:20: Ich habe vorher das scaffolding schon angesprochen gehabt und ich glaube auch hier ist es ein Rahmen in dem wir uns bewegen können um auch hier eine gleiche Behandlung sicherzustellen, eine gute Qualitätssicherzustellen.
00:27:41: Und zudem kann man in diesem Rahmen die Freiheiten nutzen und die Lehrplanthemen, die vorgegeben sind, kann ich – das ist meine Erfahrung – unterschiedlich aufbereiten?
00:27:56: Ich kann festlegen, nicht darf festlegen welche Schwerpunkte ich setze drüber hinweg gehe.
00:28:05: Mit den Jahren habe ich auch die Erfahrung, was brauche ich in den nächsten Jahren wirklich noch?
00:28:11: Wo muss ich darauf achten, dass ich ein nachhaltiges Lernen ermögliche, wo ich Wissen verankere, wo Ich inhaltlich arbeite?
00:28:23: und es gibt andere Situationen, wo die ganz wichtig sind.
00:28:33: Und ich glaube, dass dieser ganzeitliche Blick wichtiger ist als jede einzelne Vorgabe zu berücksichtigen und abzuhaken.
00:28:45: Denn wenn ich im Konsens mit allen Personen arbeite, wenn ich die Schülerinnen und Schülertransparent informiere – was sich von Ihnen erwarte -, transparent korrigiere und mit Feedback versehe, wie sich die Schülerinnen und Schüler weiterentwickeln können.
00:29:07: Was ich von ihnen erwarte habe ich noch nie ein Problem gehabt weder mit den Eltern noch mit den Schülerinnen- und Schülern noch mit Kolleginnen und Kollegen Und ich denke dass der Spagat da ist Und es trotzdem da auch gute Wege gibt und ich hoffe, dass sich da jetzt ein paar aufzeigen konnte.
00:29:31: Du hast gerade gesagt mit einem ganzheitlichen Blick an die Sache heranzugehen, die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung zu fördern und gleichzeitig eben den Vorgaben dem Rahmen, dem Gerüst gerecht zu werden?
00:29:49: Wie würdest du das einschätzen?
00:29:52: wie passt Diese Persönlichkeitsentwicklung und der ganzheitliche Blick zusammen mit Klausuren, mit standardisierten Tests, mit Zentralabitur.
00:30:04: Wie kann man da sozusagen diese beiden Dinge gut zusammenbringen als Lehrkraft?
00:30:11: Ja auch hier ist es wichtig zu überlegen was brauchen die Schülerinnen und Schüler beim Lernen?
00:30:17: also für mich steht das einzelne Kind immer im Mittelpunkt.
00:30:21: Das ist das, was ich aus meinen vielfältigen Fortbildungen für mich mitgenommen habe und ich denke dass es wichtig ist bei den Kindern und Jugendlichen auch diese nicht nur die kognitiven Fähigkeiten anzulegen und ihnen beizubringen sondern auch metakognitive Fähigkeit zu vermitteln Stütztrategien ihnen an die Hand zu geben wie sie ihren Alltag gut meistern können.
00:30:52: Ich denke, das sind nämlich diese Skills, diese Fähigkeiten die man auch später im Berufsleben braucht.
00:30:58: Da geht es dann nicht mehr darum, die Sechzig Latein-Vokabeln mir zu merken und fehlerfrei irgendwelche Texte zu übersetzen.
00:31:07: Momentan heißt es ja auch von Schülern manchmal, warum brauche ich das überhaupt noch?
00:31:11: Ich nehme da die KI!
00:31:13: Warum soll dich das überhaupt
00:31:14: lernen?!
00:31:15: Aber auch hier wieder dieser ganzheitliche Blick der ist ganz wichtig.
00:31:19: Es gibt einfach So Grundmethoden, dass ich starte.
00:31:23: Dass sich mein Lernen plane.
00:31:25: Ich muss später meine Arbeit planen.
00:31:27: Dass ich ins Tun komme und das arbeiten.
00:31:30: Das lernen überwache den Prozess überwachen.
00:31:34: Dass sie dann in die Reflexion kommen ob es geklappt hat.
00:31:38: Und davor muss ich natürlich mir noch eine Bewertung einholen.
00:31:41: Momentan gibt mir die Bewertungen, die Rückmeldung, die Lehrkraft mit Leistungserhebungen.
00:31:47: Das Abitur mit einer Ziffernote.
00:31:51: später macht es mein Chef, der dann sagt er füllt die Erwartungen oder nicht.
00:31:55: Also von daher ist das gar nicht so weit weg und ich persönlich würde mir wünschen dass einfach bei den Standard-Cisierten Leistungserhebungen und Co.
00:32:08: Der Gedanke der Kompetenzorientierung einfach noch eine wichtigere Rolle spielt, dass man auch diese Fähigkeiten die im Unterricht momentan vermittelt werden, noch mehr Gewichtung finden bei Prüfungen, bei Leistungs erhebionen und
00:32:24: Co.,
00:32:25: Und dann glaube ich kann man da gut weitergehen und ich kann jetzt nur aus der Sicht von Bayern sprechen, wo es einfach auch darum geht das überlegt wird.
00:32:34: Wie sieht eine zeitgemäße Prüfungskultur aus?
00:32:37: Was braucht man dafür?
00:32:39: wie kann man die Schülerinnen und Schüler dabei dann auch unterstützen dass sie sich unterstützt fühlen und nicht überfordert fühlen durch Klausuren Durchprüfungen und dass das nicht das Ende ist von einem leeren Inhalt, sondern eigentlich wieder der Anfang ist als Rückmeldung für das nächste.
00:33:02: Also dass man aufeinander aufbauen kann und dann glaube ich es auch gut möglich.
00:33:10: Du hast gerade schon gesagt was du dir wünschst an Veränderungen für eine Prüfungskultur?
00:33:17: Wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen sollte sich struktuell vielleicht noch im Schulsystem oder an Schule generell verändern, um Begabungs- und begabten Förderung noch besser, noch stärker ins System hineinzubringen.
00:33:33: Ich glaube das ist eine tolle Frage.
00:33:35: zum Schluss!
00:33:37: Für mich sind drei Dinge, drei Ideen die ganz wesentlich sind – ich habe viel mehr natürlich aber ich reduziere es jetzt auf drei Bereiche.
00:33:44: Ich denke von der Struktur her ist das eine der Raum.
00:33:48: Der Raum spielt eine ganz wichtige Rolle für den Unterricht fürs Unterrichten.
00:33:52: Und an Grundschulen beobachte ich, dass da schon sehr häufig in Gruppentischen gearbeitet wird, dass es Begegnungsräume gibt und nicht mehr eine Reihe von Tischen ist und vorne eine Tafel.
00:34:05: An den Gymnasien, an den weiterführenden Schulen ist es manchmal noch anders.
00:34:10: Aber auch hier brauchen wir diesen Raum die Möglichkeit dass die Jugendlichen individuell auch das Klassenzimmer verlassen können schnell zusammen in Gruppen arbeiten können Die kollaborative Arbeit, die Kommunikation also Zwei Beispiele der Zukunftskills, die spielen eine wichtige Rolle.
00:34:30: Und die können wir nur auch vermitteln und leben und den Kindern mitgeben wenn wir auch die passenden Räumlichkeiten haben.
00:34:38: Und von daher würde ich mir einfach wünschen dass beim Bau von Schulen, beim Umbau vom Schulen dies auch berücksichtigt wird Plätze und Räume zu schaffen wo diese Möglichkeiten dann auch stattfinden können.
00:34:52: Gleichzeitig denke ich bei der Gestaltung, Planung und Durchführung von Unterricht, dass es wichtig ist hier zu schauen.
00:35:00: Wo kann man die implementieren?
00:35:02: Wo kann ich Dinge, die nicht mehr nötig sind, weglassen damit Platz für Neues wird?
00:35:09: Wo Kann Ich Bei der Unterrichtsvorbereitung zusammenarbeiten?
00:35:13: Wo können gezielt auch KI- und technische Hilfsmittel eingesetzt werden Im Vergleich dazu aber auch überlegen, wo brauche ich den Lehrer?
00:35:21: Wo brauche die Lehrkraft als Inputgeber?
00:35:24: Wo bin ich als Lehrperson weiter total wichtig.
00:35:28: Denn das wird keine KI übernehmen können.
00:35:32: und wenn es um die Korrektur geht Fehler zu finden, da sind die neuen Techniken wahrscheinlich besser wie ich!
00:35:38: Aber wenn es um die Beurteilung geht, das Feedback für die Schülerinnen und Schüler.
00:35:43: Wo ist das Kind gestartet?
00:35:44: Wo will das Kind hin?
00:35:45: Was sollten die nächsten Schritte sein?
00:35:48: Da glaube ich, dass wir als Lehrpersonen die Lernbegleitung übernehmen und diese inzwischen menschliche Komponente machen.
00:35:56: aber es auch wichtig zu sagen was brauchen wir nicht mehr wo können Wir uns raus nehmen damit wir nicht überfordert sind?
00:36:04: Und Ich denke Das Ist Für Jedes Kind wichtig, aber besonders für die Hochbegarten und Besonders Begartenkinder wichtig dass ich hier auch Technologie einsetze um die individuelle Förderung einfach einfacher zu machen.
00:36:20: Unterrichtsmaterialien, gemeinsam gestalten, Strukturen zu schaffen.
00:36:24: Vielleicht auch Fachübergreifen zu arbeiten, Klassenüberggreifend, Jahrgangsstufen übergreifen zuarbeiten und wir haben die ganze Zeit darüber gesprochen wie kann die Lehrpersonen die Schülerinnen und Schüler unterstützen?
00:36:37: Vielleicht ist es auch wichtig die Schulleitungen nochmal in den Blick zu nehmen denn auch hier haben wir bei den Kindern unterschiedliche Potenziale aber genau an den Lehrkräften.
00:36:46: Lehrkräfte haben auch ihre Stärken Und wenn wir hier stärkenorientiert arbeiten und die Kolleginnen und Kollegen, die Material sehr gut vorbereiten können vielleicht in die Materialvorbereitung gehen.
00:36:58: Und Kolleginnen und Collegen, die Schülerinnen gut beim Lernen begleiten können, die Lernbegleitung gehen könnte auch etwas gewonnen sein.
00:37:05: Ich weiß es nicht aber vielleicht kann man auch hier neu denken.
00:37:09: Das ist jetzt die Brücke zu meinem letzten Punkt, Lerncoaching und Lernbekleitung.
00:37:14: das ist mein Schwerpunkt den ich eigentlich von Ersten Minuten meiner Fortbildung bei Karg Campus Schule gesehen habe und das sich wie in roter Faden durchzieht, die Beziehungsebene spielt eine wichtige Rolle.
00:37:28: Und nicht nur Hetty sondern auch viele andere Studien haben dies gezeigt, dass die Begleitung die individuelle Unterstützung eine Rolle spielt.
00:37:38: Und hier würde ich mir wünschen das dafür Raum und Zeit und Ressourcen an der Schule sind, dass nicht nur Lehrpersonen das im Ehrenamt machen, die sich ja dafür berufen fühlen, die sie sich da ein Herz nehmen sondern dass es ein essentieller Bestandteil von Schule ist, Kinder beim Lernen lernen, beim Aufbau von Lernstrategien.
00:38:06: Bewussten wahrnehmen, wie motiviere ich mich beim bewussten Wahrnehmen?
00:38:10: Wie konzentriere ich mich?
00:38:12: also nicht nur kognitive Fähigkeiten sondern auch metakognitive Fähigkeiten zu vermitteln.
00:38:17: Ihnen den Blick zu geben, wie kann ich Stützstrategien gut anwenden?
00:38:22: Wer kann mir helfen?
00:38:24: Wo finde ich Hilfe?
00:38:26: Wie kann ich meinen Alltag besser strukturieren?
00:38:28: Also hier gibt es viele Möglichkeiten die nicht mehr alle Kinder und Jugendlichen von Zuhause mitbekommen und mit Blick auf eine Bildungsgerechtigkeit, auf eine Chasengleichheit sehe ich hier einfach auch einen großen Punkt der allen Kindern hilft.
00:38:45: Und natürlich auch den begabten und besonders begabte, die manchmal vor der Herausforderung stehen – mit dem Perfektionismus umgehen zu können!
00:38:56: Die manchmal vor einer Herausforderung steht, die Leistungen nicht abrufen zu können, die sie haben… Vorderherrausforderung stehen, einfach selbst nicht auf sich zu vertrauen.
00:39:09: Weil sie merken Sie sind irgendwie anders als die anderen.
00:39:13: und auch hier glaube ich braucht es uns als Lehrkraft, als Lehrperson um die Kinder zu unterstützen dass alle gestärkt gesund und zufrieden aus der Schule rausgehen können.
00:39:26: Du hast ein sehr schönes Bild gezeichnet, wie Schule sich verändern kann und in Zukunft lernen noch einmal ganz anders für alle Kinder gestalten kann.
00:39:37: Wenn du jetzt allen Lehrkräften da draußen etwas mitgeben könntest zum Thema Begabungs- und begabtenförderung – was wäre das?
00:39:44: Was wäre so das, was du als Botschaft gerne nochmal mitgeben
00:39:48: möchtest?".
00:39:53: Schwierige Frage, weil ich so viele Botschaften hätte.
00:39:58: Ja hochbegabte Kinder sind ganz normale Kinder!
00:40:02: Sie brauchen Aufmerksamkeit sie brauchen Anerkennung sie brauchen Wertschätzung sie brauchen Förderungen sie brauchen Unterstützung und sie brauchen das Vertrauen dass sie in der Lage sind ja ihr Leben ihr Lernen zu meistern und selbstwirksam zu sein.
00:40:22: Und ich würde alle Lehrkräfte einfach bitten, und mir wünschen dass man diesen Raum schafft.
00:40:28: also wir können Raumgeber sein und dazu braucht es manchmal nur die eigene Haltung den eigenen Perspektivwechsel und der kostet eine Überwindung aber sonst nichts.
00:40:43: und probiert das aus.
00:40:45: Ich hab für mich eine neue Welt des Unterrichtens dadurch entdecken dürfen.
00:40:51: Nicht nur im Unterricht mit besonders begabten Kindern oder hochbegabten Kinder, sondern auch mit allen Kindern.
00:40:56: und ein Schulleiter aus Wien von der Siakal Popper Schule hat zu mir gesagt als ich gesagt habe wie schaffen Sie es dass alle ihre Lehrkräfte mitmachen?
00:41:07: Und er meinte dann Geherns das ist die Job Satisfaktion!
00:41:12: Und in dem österreichischen Dialekt, der begleitet mich seit diesem Tag.
00:41:18: Also das ist jetzt fast zehn Jahre her und ich kann sagen bei mir ist diese Jobzufriedenheit absolut gewachsen und das gibt mir die Energie und die Kraft weiterzumachen.
00:41:31: Ich bin gespannt was sich in der Begabungs- und Begabenförderung in Deutschland in den nächsten Jahren noch alles tun wird und ich würde mich freuen wenn es einfach ganz normal wird, den Blick auch auf diese Gruppe der Kinder zu richten und das nicht mehr als Elitenförderung zu sehen, sondern als selbstverständlich.
00:41:52: Vielen Dank, dass du uns mitgenommen hast in deine Welt des neuen Unterrichtens und deiner Jobzufriedenheit!
00:42:00: Danke Nicole, dass ich heute hier sein durfte und ja... Ich bin gespannt was noch alles kommt.
00:42:05: Liebe Birgit, vielen Dank nochmal für das Gespräch und die praktischen Einblicke und wichtigen Perspektiven aus dem schulischen Alltag mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen.
00:42:15: Ich nehme heute für mich mit, dass Begabungsförderung den Mut braucht, Neues zuzulassen und die Verantwortung für Lernprozesse in Teilen bewusst an Schülerinnen und Schüler abzugeben – im Vertrauen darauf, dass sie begleitet und mit entsprechenden Leitplanken eigene Wirksamkeit erleben und so wachsen können!
00:42:34: Liebe Hörerinnen und Hörern, vielen Dank fürs Zuhören.
00:42:36: In der nächsten Folge widmen wir uns dem Thema Beratung – und gehen der Frage nach wie gute Beratungen in der Begabungsförderung gelingen kann!
00:42:44: Wir freuen uns auf das Gespräch mit Michael Wolf vom Hochbegabten Zentrum Rheinland.
00:42:49: Empfehlen Sie unserem Podcast gerne weiter?
00:42:51: Wenn sie Fragen oder Anmerkungen haben, schreiben Sie uns eine E-Mail an podcastadk-stiftung.de.
00:43:00: Bis zum nächsten Mal.
00:43:04: Das war Karg Perspektiven.
00:43:07: Bildung, Begabung – Potenziale.
00:43:10: Der Podcast über Hochbegabungen und gute Bildung Eine Produktion von Poolartists.
00:43:16: Mehr zur Arbeit der Karg-Stiftung findet ihr auf karg-stiftung.de.
Emilia Schreiner
‧