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Begabungsförderung von Anfang an - Wie Kitas Potenziale sichtbar machen

Shownotes

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Karg Modellkitas „Good Practice“: Aus der Praxis für die Praxis https://karg-stiftung.de/projekte/karg-modellkitas/

Karg Campus Kita Niedersachsen Kitas zu Orten inklusiver und vielfaltsorientierter Begabungsförderung entwickeln https://karg-stiftung.de/projekte/karg-campus-kita-niedersachsen/

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Das Karg Fachportal Hochbegabung bietet fachlich fundierte, umfangreiche Informationen zur Begabungs- und Begabtenförderung in Kita, Schule und in pädagogisch-psychologischen Beratungskontexten. Wir befassen uns mit dem Thema Hochbegabung aus unterschiedlichen Perspektiven – und im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis. Zusätzlich gibt es umfangreiche Datenbanken mit IQ-Test-Rezensionen sowie Beratungsstellen. Karg Fachportal Hochbegabung www.fachportal-hochbegabung.de

Das digitale Karg Magazin erscheint ein- bis zweimal im Jahr und setzt in jeder Ausgabe unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit hohen Begabungen. Neben theoretischen Texten sind hier – digital und kostenlos – auch sehr lebensnahe und fachpraktische Anregungen und Anleitungen zu finden, die Fachkräfte in ihrem beruflichen Alltag gut einsetzen können. Karg Magazin www.karg-magazin.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Für mich ist es immer ein starkes Signal, wenn ein Kind aus eigenem Antrieb dran bleibt und so im Flow ist.

00:00:07: Und eine Sache auf den Grund gehen möchte.

00:00:25: Herzlich willkommen zu Karg Perspektiven.

00:00:27: Bildung Begabung Potenziale dem Podcast der Karg-Stiftung.

00:00:31: Hier sprechen wir einmal im Monat über Hochbegabungen wie Bildung so gestaltet werden kann, dass das Recht auf Bildung für alle Kinder und Jugendlichen eingelöst wird.

00:00:39: Mein Name ist Mirko und ich bin Teil des Podcast-Teams der Karg-Stiftung heute ihr Gastgeber hier bei Karg Perspektiven.

00:00:45: In Folge zwei sprechen wir mit Kerstin Schmidt.

00:00:48: Kerstin leitet das CJD Familienzentrum für inklusive Begabungsförderung in Hannover Mittelfeld.

00:00:54: Das Familienzentrum ist eine der ersten Einrichtungen Deutschland die sich bereits seit den neunzehnhundertneunziger Jahren mit inklusiver Begabungsförderung im frühkindlichen Bereich beschäftigt.

00:01:04: Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Vergabungen im Kita-Alltag sichtbar werden und wie Kinder von Anfang an individuell begleitet werden können.

00:01:12: Liebe Kerstin!

00:01:13: Hallo und herzlich willkommen!

00:01:14: Zu Beginn wollen wir Dich – und vor allem Deine Tätigkeiten im Bereich der Bergabungsförderung besser kennenlernen.

00:01:20: Magst Du Dich und Eure Einrichtung kurz vorstellen?

00:01:22: Was bedeutet Bergabunsförderungen für Euch als Kita heute ganz

00:01:26: konkret?!

00:01:27: Gerne stelle ich mich und unsere Einrichtung vor.

00:01:29: Mein Name ist Kerstin Schmidt, ich bin Sozialpädagogin, Early Excellence-Beraterin und Begabtenpädagogen und arbeite seit inzwischen zwanzig Jahren im CJD Familienzentrum für inklusive Bergabungsförderung, dass ich seit zehn Jahren leite – das ist ein Ort der mich fachlich und persönlich geprägt hat!

00:01:51: Unser Familienzentrum widmet sich der Betreuung, Bildung und Förderung von begabten und entwickelungsschnellen Kindern in inklusiver Weise.

00:02:00: Und wurde als erste Modellkita deutschlandweit gemeinsam mit der Karg-Stiftung 1995 gegründet.

00:02:08: In unserem Familienzentren werden hundertachzehn Kinder betreut.

00:02:12: Es gibt eine Begabungspsychologische Beratungsstelle Sowohl für externe als auch für interne Kinder, die sich auf Hochbegabung auch spezialisiert hat und eine Kinderakademie Fantastikus.

00:02:26: Die Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren ermöglicht in kleinen Gruppen ihren Interessen vertieft nachzugehen.

00:02:35: Und durch unsere langjährige Erfahrung mit hoch begabten Kindern ist es unserer Einrichtung einer Herzensangelegenheit das Wissen an andere Fachkräfte weiterzugeben.

00:02:51: Zugleich möchte sich unsere Einrichtung natürlich auch stetig weiterentwickeln und dazu beitragen, dass möglichst alle Kinder gleiche Bildungschancen haben und unabhängig von individuellen Faktoren wie Gender ethischer oder sozialer Herkunft.

00:03:08: in unserem Familienzentrum haben wir sechsundzwanzig verschiedenen Nationen und siebenundzwanzeig Sprachen werden gesprochen.

00:03:16: Wir machen immer am Tag der Muttersprache, gibt es eine Umfrage?

00:03:19: Und hier Modelle zu entwickeln wie kann das gelingen ist eine Vision unseres Familienzentrums und in Kooperation mit der Karg Stiftung entstand auch so als übergeordnetes Ziel Begabungsgerechtigkeit im Kitas zu entwickeln sowie Grundlagen für deren Verbreitung zu erarbeiten.

00:03:39: Ihr arbeitet schon seit vielen Jahren mit einem klaren Schwerpunkt auf Begabungsförderung.

00:03:44: Welche Bedeutungen hat dieser Fokus für eure tägliche pädagogische Arbeit?

00:03:49: Das ist eine total spannende Frage und ehrlich gesagt, der Fokus auf Begarbungsfördern ist für uns nicht einfach ein Schwerpunkt sondern im Grunde genommen einer Haltung, mit der wir jeden Tag starten.

00:04:04: Und das bedeutet also wenn man so viele Jahre mit hochbegabten Kindern beruhen gekommen ist, dann merkt man okay das ist jetzt hier nichts Elitäres nicht abgehobenes sondern Begabung schlummern eigentlich überall und da es vielmehr wichtig auf die Potenziale zu gucken.

00:04:21: Und weniger auf Defizite um dann auch wirklich individuell fördern zu können.

00:04:27: Wenn wir über Begarbungen im frühen Kindesalter sprechen geht es oft weniger um klar erkennbare Leistungen Sondern viel mehr um Interessen Neugier und individuelle Denkweisen.

00:04:38: Kinder zeigen früh, was sie beschäftigt, was die fasziniert und wie sie sich die Welt erschließen.

00:04:43: Gerade im Kita-Alltag stellt sich daher die Frage – Wie können pädagogische Fachkräfte die unterschiedlichen Potenziale wahrnehmen?

00:04:50: Und so begleiten dass Sie sich entfalten können.

00:04:52: Kerstin, woran merkst du im Kita Alltag das ein Kind besondere Interessen stärken oder Denkwaisen zeigt?

00:04:58: Ganz oft sind es eher die leisen alltägliche Momente Kinder, die sich ungewöhnlich lange mit einer Sache beschäftigen.

00:05:05: Die immer wieder nachhaken, Dinge hinterfragen oder Lösungen finden auf die andere gar nicht so kommen im ersten Moment und manche Kinder denken extrem vernetzt.

00:05:18: Andere zeigen deutliche Entwicklungsvorsprünge in einzelnen Bereichen Und manchmal kann es sich auch darin zeigen dass ein Kind beispielsweise nicht mitmacht weil es innerlich vielleicht schon längst ganz woanders ist Und schon viel weiter in seinen Gedanken und schon beim nächsten Schritt beispielsweise.

00:05:36: Für mich ist es immer ein starkes Signal, wenn ein Kind aus eigenem Antrieb dran bleibt und so im Flow ist und einer Sache auf den Grund gehen möchte.

00:05:46: dann gucke ich ganz besonders hin.

00:05:48: Kannst du das an einem konkreten Beispiel aus eurem Alltag festmachen?

00:05:51: Ja, sehr gerne.

00:05:52: Das kann ich!

00:05:54: Ich denke an ein Kind... das hat sich wochenlang mit Bausteinen beschäftigt und während andere Kinder zum Beispiel Türme bauten, hat dieses Kind angefangen, symmetrische Konstruktion zu planen, er hat ausprobiert warum etwas kippt oder hält.

00:06:09: es hat seine Bauwerke kommentiert also wie schon fast wie so'n kleiner Ingenieur.

00:06:15: Also dann hat er immer gesagt, das geht gar nicht oder das Gewicht ist falsch.

00:06:20: Und in dem Ganzen war jetzt nicht so ein höher schneller weiter sondern ich würde fast sagen schon fast so ein beinahe tiefes Verstehen von Statistik im Kita-Alter und das wäre in einem angeleiteten Angebot auch nicht so sichtbar geworden.

00:06:34: Ich denke auch an einen Jungen.

00:06:36: der konnte das gesamte Straßenbahnnetz aus Hannover auswendig Und wenn wir irgendwo hin wollten, konnten wir ihn immer fragen.

00:06:43: Wo müssen wir lang?

00:06:44: Dann hat er uns genau gesagt du musst jetzt die Neue nehmen und dann fährst du bis dahin und es war total spannend.

00:06:49: oder jetzt gerade vor ein paar Tagen bin ich in eine Gruppe gegangen und hat mir ein Junge die Frage gestellt Frau Schmid was ist vier x sieben Vier x sieben.

00:07:00: Du weißt das doch, ne?

00:07:00: Es ist achtundzwanzig und ich muss auch einen kleinen Moment, dann hab' ich gedacht

00:07:05: okay.".

00:07:05: Und war natürlich auch deutlich überrascht.

00:07:07: also der Junge ist gerade fünf geworden und war eben multiplizieren und ich sollte ihm dann lauter Aufgaben stellen.

00:07:15: und es hat mich ins Staun gebracht.

00:07:18: oder ich weiß noch ein vieriges Mädchen.

00:07:20: daumenlutschend haben wir eine Ausflug gemacht und das Mädchen hat über Kopf gelesen Und das sind alles so Dinge, die sind mir einfach im Gedächtnis geblieben.

00:07:30: Wo du gerade das Hanover-Rana Straßenbahnnetz erwähnst?

00:07:33: Vor letztes Jahr im Urlaub in Italien haben wir eine Familie kennengelernt und das Kind war auch vier und konnte alle Bushaltestellen Namen aus Köln auswendig sagen und wusste welche Buslinien

00:07:48: dort

00:07:48: fahren.

00:07:48: Das war durchaus beeindruckend!

00:07:53: Ja, bei dem Jungen mit dem Straßenbahnnetz war es tatsächlich auch so.

00:07:56: Der kam zu uns in die Einrichtung aus einer anderen Kita und die Mama kam einfach aus einem sehr bildungsarmen Umfeld.

00:08:03: Sie kamen aus einer andere Kita.

00:08:05: Die Junge ist nicht ernst genommen worden und da kam mit einem Integrationsstatus auch zu uns.

00:08:10: Und als sie sich vorgestellt hat hatte eine Zaubertafel dabei, hat dann erst mal seinen Namen geschrieben und hat unsere Sekretärin gefragt wie heißt du?

00:08:18: Sie hat dann ihren Namen gesagt den Namen auch aufgeschrieben, da haben wir schon gesagt okay.

00:08:23: So dann ging das mit dem Straßenbahn jetzt weiter und wir haben dann tatsächlich auch mit der anderen Kita nochmal telefoniert.

00:08:28: und also wie es dazu kamen dass der Junge... Dass das nicht gesehen worden ist diese Hochbegabung.

00:08:34: Und er einfach auch schon einen gewissen Leidensweg hinter sich hatte.

00:08:38: Gut, dass er zu euch gekommen ist?

00:08:39: Ja!

00:08:40: Er hat dann echt eine tolle Entwicklung noch gemacht.

00:08:42: Schön

00:08:42: Es gibt ja das Konzept des freien Spiels.

00:08:45: Was ist das genau...?

00:08:46: Und welche Rolle spielt diese Art der Beschäftigung dabei, besondere Begabungen sichtbar zu machen?

00:08:51: Also freies Spiel ist für mich von zentraler Bedeutung.

00:08:55: Von essentieller Bedeitung für die ganzheitliche Entwicklung des Kindes.

00:08:59: Weil beim freien Spiel zeigen Kinder also was interessiert sie wirklich?

00:09:04: Sie machen nicht das was der Erwachsene jetzt gerade unbedingt möchte.

00:09:07: Der Erwachsenen tritt eher in den Hintergrund ist beobachter.

00:09:12: Und ja, die Kinder können im freien Spiel scheitern ausprobieren.

00:09:16: Wiederholen, vertiefen lernen selbstbestimmt ihre Dinge voranbringen und von daher ... Begabung zeigt sich selten im schnellen Ergebnis sondern eigentlich eher in der Ausdauer empfordern und im eigenen Weg also einen eigenen Weg zu gehen.

00:09:33: Das gelingt natürlich besonders im freie Spiel.

00:09:37: Wenn wir dieses freie Spielen nicht so sehr unterbrechen oder verplanen, weil wenn wir das tun dann übersehen wir genau diese Prozesse.

00:09:46: Kerstin, nimm uns doch mal mit in eure Kita-Räumlichkeiten!

00:09:49: Wie gestaltet ihr Umgebung und Spiel so dass Kinder ihren Interessen vertieft nachgehen können?

00:09:54: Also wir haben unterschiedliche Dinge.

00:09:57: also ich denke zum Beispiel an Projektarbeit, an unsere Lernwerkstatt, an unser Kurssystem und vor allem auch unsere Kinderakademie.

00:10:07: Und in meinem täglichen Grundgang durch die Einrichtung sind mir zum Beispiel Beschäftigungen, die ich gerade so vor Augen hab.

00:10:15: Da beschäftigt sich z.B.

00:10:17: ein Kind mit Magneten.

00:10:19: Ein fähriges Mädchen beginnt sich ganz intensiv damit zu beschäftigen.

00:10:24: Dann entstehen Fragen, warum haften sie durch Papier?

00:10:27: Dann wird die Umgebung so gestaltet.

00:10:29: Also wir beobachten das und... Gucken dann, dass wir Enrichment Angebot also das Ganze ein bisschen anreichern die Lernumgebung.

00:10:38: Dann beschaffen wir Bilder über Magnetfelder.

00:10:40: Das Mädchen hat die Möglichkeit es entsteht ein kleines Projekt als Projektarbeit.

00:10:45: intrinsisch motivierte Projekte sind ganz elementar in unserer Arbeit.

00:10:50: Und ja, dann kann das Mädchen das Wissen was sie da hat über die Magnete eben auch weitergeben an die große Gruppe.

00:10:57: Ich hatte jetzt eine Geschichte vor Augen.

00:10:59: Da wurde sich mit philosophischen Fragen beschäftigt über Freundschaft über Gefühle.

00:11:05: Auch daraus ist dann ein Projekt entstanden und dann wird Die Lernumgebung entsprechend angepasst.

00:11:10: Genau, und vielleicht auch noch mal so elementare Dinge wie das natürlich alle Materialien stehen frei zur Verfügung.

00:11:17: Kinder können entscheiden welchen Aktionsraum wählen sie.

00:11:21: Habe ich Lust jetzt in die Bücherei zu gehen?

00:11:23: Möchte ich nach draußen, möchte ich meinen Bewegungsdrang?

00:11:26: habe Ich jetzt dazu Lust?

00:11:27: und da ist natürlich Partizipation später eine ganz große Rolle Selbstwirksamkeit So ein Schlagwort selber zu entscheiden, okay.

00:11:36: Daran nehme ich jetzt heute teil.

00:11:38: die Kursangebote von denen ich vorhin berichtet habe da ist es so auch stärken orientiert gucken dass die pädagogischen Fachkräfte verschiedene Projekte anbieten verschiedene Kurse anbieten Die offen gestaltet sind und dann wird eben gefragt ok wer hat denn Lust heute auf nein heißt Nein Wer hat Lust mit in den Wald zu kommen?

00:11:57: Bei euch herrscht ein offenes Konzept in der Kita?

00:12:00: Nein,

00:12:00: wir haben einen Teil geöffnetes Konzept.

00:12:03: Also wir arbeiten in festen Gruppen und es ist aber so... Wir sind ja im Jahr zwei tausendsehnten Familienzentrum geworden von der Stadt Hannover.

00:12:11: Das ist auch eine Vorgabe.

00:12:12: die Einrichtung öffnet sich nach Innen- und Außen Und das bedeutet, wir arbeiten ganz viel an unserer Haltung.

00:12:18: Und es ist so wenn ich zum Beispiel morgens auch durch die Räume gehe – die Türen sind alle offen und da ist selten dass sich dann auch die Kinder da treffe, also die Kinder können frei in den Gruppen spielen und wir haben zusätzlich dadurch, dass wir einfach ein tolles Raumangebot haben, das muss ich einfach sagen, können wir so ein Stückchen beides fahren.

00:12:38: Also wir haben großen Kreativraum, wir haben eine Werkstatt, wo dann die Kinder wirklich, also sie haben quasi ihre Gruppe und können dann von da aus dann aber auch in die Aktionsräume gehen.

00:12:51: Und zusätzlich eben noch an den Kursangeboten teilen.

00:12:55: Spannend!

00:12:56: Das ist natürlich eine tolle Sache.

00:12:57: ja muss ich einfach auch sagen.

00:12:58: Ja

00:12:59: schön.

00:12:59: Ihr arbeitet seit Jahr zwei Tausend Siebzehn nach dem Early Excellence Ansatz.

00:13:04: was ist eurer Ansicht nach das Besondere daran?

00:13:09: Warum passt dieser Ansatz gut zu eurem Verständnis von Begabungsförderung?

00:13:13: Also das ist eine Frage, da kann ich richtig ins Erzählen kommen.

00:13:18: Genau seit dem Zeitpunkt.

00:13:20: Das ist gut!

00:13:22: Also genau, seit dem Jahr zweizehntausend siebzehn arbeiten wir nach diesem älteren Ansatz.

00:13:26: und was uns daran von Anfang an begeistert hat... ...das ist diese klare Haltung jedes Kind als exzellent Punkt.

00:13:34: Und für uns auch jedes Kind hat Begabungspunkt.

00:13:39: Von daher also diese Verknüpfung Nicht nur so ein netter Leitsatz für die Wand, sondern das ist im Grunde genommen eine echte Arbeitsgrundlage.

00:13:49: Und Early Excellent geht eben davon aus dass jedes Kind hat Kompetenzen, Interessen, Potenziale und das unabhängig von Herkunftsprache oder sozialem Hintergrund.

00:14:03: Genau das trifft sich eins zu eins mit unserem Verständnis von Begabungsförderung.

00:14:07: Für uns bedeutet Begarbungsfördern nämlich nicht wir suchen die besonderen heraus, sondern jedes Kind hat etwas Besonderes.

00:14:16: Man muss es nur herauskitzeln oder finden?

00:14:19: Genau!

00:14:19: Man muss das nur heraus kitzeln.

00:14:20: und was uns bei diesem Early Excellent Ansatz im Grunde genommen ganz besonders wichtig ist, das sind drei Punkte.

00:14:27: Das ist einmal so dieser ressourcenorientierte Blick und die individuelle Lernförderung war uns sowieso schon immer wichtig auch bevor wir uns entschieden haben nach dem Ansatz zu arbeiten.

00:14:39: Und wir dokumentieren also denn eben nicht in erster Linie Defizite, sondern die Stärken und die Potenziale.

00:14:46: Wir arbeiten nach einem ressourcenorientierten Beobachtungsverfahren.

00:14:49: Wir gucken okay mit diesem Beobachtsverfahren wo zeigt das Kind Engagiertheit?

00:14:54: Wo sind überhaupt seinen Interessen?

00:14:58: ganz individuell Angebote für dieses Kind zu erarbeiten.

00:15:02: Da ist es dann auch wirklich so drei Fachkräfte beobachten einen Kind, dann setzen die drei Fachkäfte sich zusammen und dann wird ganz individuelle ein Angebot für dieses kind erarbeitet entsprechend seiner Stärken und Potenziale.

00:15:15: Genau!

00:15:15: Und wir greifen dann eben diese Interessen auf stellen Materialien bereit geben um Pulse.

00:15:21: aber ganz wichtig wir lassen eben auch den Raum für Eigeninitiative Mitbestimmung.

00:15:29: Und wieso passt das nun so gut zu unserem Verständnis von Begabungsförderung?

00:15:33: Weil beides eigentlich von der Haltung ausgeht, Vertrauen in die Entwicklungskraft des Kindes zu haben.

00:15:39: Haltung auch im Hinblick auf die Fachkraft.

00:15:42: Die Haltung des Kind kann das.

00:15:43: Also erst mal so, ne?

00:15:45: Das Kind hat die Kraft sich also kann sich entwickeln und Begabe zeigt sich dann ja nicht immer lauten spektakulär sondern manchmal ja auch leise und in Konzentrationen.

00:15:55: Ja, und dadurch dass der Ansatz davon ausgeht das jedes Kind begabt ist.

00:16:00: Und alle Kinder im Hinblick auf ihre kognitive Entwicklung und spezifischen Potenziale gefördert werden sollten bedeutet das zugleich, dass in diesem System hochbegabte Kinder erkannt werden und entsprechend ihrer Kapazitäten gefördert werden können.

00:16:17: Und sie haben genau wie alle anderen Kinder die gleichen Chancen.

00:16:20: Das bedeutet auch, dass sie in ihren Bedürfnissen gefördert werden und nicht wir allzu häufig an Schulen oder auch an Kitas nicht gebührend berücksichtigt werden.

00:16:30: Dann im negativen Fall natürlich Störungen entwickeln weil Sie nach Möglichkeiten suchen mit Ihrer Situation des Nichtverstandenwerdens und vor allem nicht gesehen werdens individuell umzugehen.

00:16:43: Dann ist es so, bei dem Early Excellent Ansatz, die Einrichtung öffnet sich in den Stadtteil.

00:16:50: Und das bedeutet dass dieser Ansatz versteht Bildung als gemeinschaftliche Aufgabe.

00:16:56: Eine Kita ist hier kein geschlossener Raum sondern eher Teil eines lebendigen Netzwerkes.

00:17:03: und das heißt ja, das Kind lernt nicht nur im Gruppenraum sondern eigentlich im gesamten Sozialraum.

00:17:10: Und mithilfe unserer Kinderakademie, Fantastikus können wir hier einfach eine total kraftvolle Ressource für diesen Stadtteil sein.

00:17:18: Das ist im Grunde genommen auch eine ganz schlaue Sache sage ich jetzt mal so weil Kita sind eigentlich tolle Einrichtungen mit vielen Räumlichkeiten und die einfach mehr zu nutzen auch für Stadtteile gerade wenn man sie am Brennpunkt liegt und da einfach auch Angebote anzubieten.

00:17:34: das ist natürlich eine tolle Sache.

00:17:35: bei uns in Mittelfeld beispielsweise Da gibt es keinen Sportverein, die Bücherei ist geschlossen worden und so haben wir jetzt eine Familienbücherei für den Stadtteil konzipiert.

00:17:46: Mit der Kinderakademie erreichen wir eben über zweihundert Kinder, die an den Angeboten teilnehmen können auch da mit Hilfe der Karkstiftung durch das Modellprojekt.

00:17:57: Das ist echt eine also großartige Sache muss man einfach zu sagen und eine riesen Ressource für den Stadthal.

00:18:03: Gerade in der Kinderakademie als Bildungseinrichtungen erleben auch hochbegabte Kinder sich als Teil einer vielfältigen Gemeinschaft, in der auch ihre Interessen ganz selbstverständlich Platz haben.

00:18:16: Und so ist es eben das der early excellent Ansatz uns also für uns ist es einfach die passende Ergänzung als Instrumentarium zum zu unserem bestehenden Konzept der inklusiven Begabungsförderung.

00:18:29: Denn Begabungsförderung und vor allem die innere Haltung, Individualität wahr- und ernst zu nehmen.

00:18:36: Und entsprechend zu fördern – das passt im Grunde perfekt!

00:18:40: So arbeiten wir eben auch mit dem Team einer Kultur der Wertschätzung und der Chancengerechtigkeit.

00:18:46: Es geht nicht darum Kinder zu machen sondern ihnen Räume zu geben in denen sie zeigen können wer sind sie eigentlich?

00:18:55: Das ist für uns bis heute unglaublich stimmig.

00:18:58: Und welche Rolle haben die Eltern dabei?

00:19:00: Was natürlich auch ganz besonders wichtig ist in dem Konzept, wenn man nach dem Early Excellent Ansatz arbeitet.

00:19:07: Dass man ganz eng mit den Eltern und Familien zusammenarbeitet.

00:19:11: Diese Säule vom Early Excellent-Ansatz heißt Eltern sind die Experten ihrer Kinder.

00:19:16: Das bedeutet das passt im Grunde genommen für uns auch perfekt zur Begabungsentwicklung dass sie nicht isoliert in der Einrichtung passiert sondern Begabungsförderung versteht sich eben im Zusammenspiel von Familie und vom pädagogischen Umfeld.

00:19:35: Deswegen ist das natürlich auch eine ideale Ergänzung.

00:19:37: Die Eltern sind sehr willkommen bei uns in der Einrichtung, wir haben großes Elterncafé und die Eltern können sich mit einbeziehen.

00:19:45: Es gibt internationales Kochen beispielsweise.

00:19:48: Wir haben viele Familien, die kommen aus Ghana.

00:19:52: Aktuell gibt es gerade garnäisches Kochen.

00:19:54: Auch da passiert einfach im Grunde genommen ganz viel unter den Eltern.

00:19:57: Vorurteile werden abgebaut.

00:19:59: Das entsteht sogar ein Stück weit... ...ist das auch die Förderung von demokratischem Denken, ist wirklich eine ganz tolle Sache.

00:20:06: oder Eltern die einfach Potenziale mitbringen.

00:20:09: Wir haben eine Mutter, die kann ganz ganz toll nähen.

00:20:11: Die ist jetzt Dozentin unserer Kinderakademie und näht die tollsten Sachen mit den Kindern wird auch im Rat gefragt von Eltern von Kindern.

00:20:20: Das ist wirklich ne sehr bereichernde Sache.

00:20:22: wir haben also in der Mitte unserer Einrichtung.

00:20:24: ein Grunde genommen gibt es ein großes Elterncafé.

00:20:29: Da können die Eltern sich einen Kaffee ziehen, können sich hinsetzen.

00:20:32: Können sich tagsüber aufhalten und sich austauschen.

00:20:36: Und das ist natürlich einfach... Heißt

00:20:38: wenn ich in eurer Einrichtung bin treff' ich jeden Tag unterschiedliche Eltern an?

00:20:43: Ja!

00:20:43: Also unterschiedlich und man mer auch die gleichen.

00:20:47: Wir haben natürlich auch manche, die das sehr genießen und die da auch schon Ritual haben.

00:20:52: Und die immer zu einer gewissen Uhrzeit da sitzen um vielleicht noch irgendwie eine gewisse Zeit auch zu überbrücken bevor sie dann zur Arbeit müssen.

00:20:59: Andere haben sich auch verabredet.

00:21:01: wir haben eine Stadtteilmutter.

00:21:03: Die kommt aus Ghana und das ist ein bisschen unsere Brücke also Bildet aus nem Brücke, gerade zu den afrikanischen Familien.

00:21:11: Und die unterstützt aber auch alle Familien.

00:21:14: Gerade wenn ihr jetzt zu Fragen seid zum Beispiel, wenn Hilfe benötigt wird um Anträge auszufüllen... Wo kann ich mein Kind gegebenenfalls besser fördern?

00:21:23: Wenn es um Frühförderung geht und da unterstützt sie einfach, die sitzt im Elterncafé und die Eltern können sie immer fragen.

00:21:30: Auch das ist eine riesige Ressource.

00:21:32: Das muss man einfach so sagen.

00:21:33: Eine großartige Bereicherung für ne Einrichtung.

00:21:35: Ja total!

00:21:36: Total

00:21:37: Sehr schön.

00:21:38: Was kann ich mir dann ganz konkret unter der Kinderakademie Fantastikus vorstellen?

00:21:43: In der Kinder-Akademie Fantasikus können Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren in kleineren Gruppen ganz vertieft ihren Interessen nachgehen, wir haben externe Dozenten die wirklich tolle Angebote machen.

00:21:59: Wir haben zudem aber auch eine Kinderbefragung gemacht, was wünschen sich denn die Kinder?

00:22:03: Und wir haben von Nähprojekten über... Es gab ein Weltraumprojekt.

00:22:08: also es gab einen Weltraumkurs dann gab es spanisch kochen chinesisch gibt es im Moment chinesische Lernen Dann gibt es Zauberei und Seifenblasen, kreative Angebote.

00:22:20: Eine Medienwerkstatt wo ganz viel zum Thema Robotik gemacht wird.

00:22:24: Und das Besondere an dieser Kinderakademie ist dass die Kurse für die Familien kostenfrei sind.

00:22:32: In der Vergangenheit war das mal sehr kostenintensiv muss man einfach so sagen weil sich das auch sonst nicht refinanziert hätte.

00:22:39: Und jetzt wird es kostenfrei angeboten, weil das einfach auch dann zu dem Konzept des Familienzentrums passt eine gewisse Bildungs- und Begabungsgerechtigkeit herzustellen.

00:22:48: Auch für Familien die sich eben so ein Kurs nicht leisten können.

00:22:52: Da muss man wirklich sagen, das wird so gut angenommen.

00:22:55: Und wir haben von internen Kindern aber auch wirklich von Kindern aus dem ganzen Großraum Hannover die über den... Wir arbeiten auch mit der DGHK der deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind zusammen.

00:23:07: Auch die haben unseren Newsletter mit den aktuellen Kursen wo wir dann auch wirklich auch Eltern mit ihren hoch begabten Kindern die zu uns kommen und dann auch die weite Strecken zurücklegen, damit ihre Kinder an den Kursen teilnehmen können.

00:23:20: Und das ist eigentlich eine tolle Sache!

00:23:22: Gerade auch im Hinblick auf die Bildungsgerechtigkeit mit jedem Kind zu ermöglichen – es ist sehr schön.

00:23:30: Kinder bringen ja ganz unterschiedliche Voraussetzungen, Entwicklungsgeschwindigkeiten und Bedürfnisse mit.

00:23:36: Wie geht ihr am Alltag damit um ohne einzelne Kinder aus dem Blick zu verlieren?

00:23:41: Ja, also das ist wirklich muss man sagen.

00:23:42: Das ist eine der zentralen Fragen im Kita-Alltag.

00:23:45: Wenn ich morgens in die Einrichtung komme dann muss ich ganz ehrlich sagen dann begegnen wir ganz viele unterschiedliche Persönlichkeiten, ganz viele Unterschiedliche Temperamente und unterschiedliche Entwicklungen von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

00:24:01: Und genau das macht eigentlich ja unsere Arbeit zum Teil herausfordernd.

00:24:05: aber dass es auch das Besondere und was Spaß macht muss man ganz ehrlich sagen.

00:24:12: Und das ist unglaublich spannend.

00:24:14: Was uns im Alltag dabei hilft, dass es erst mal die Haltung... Wir vergleichen also wir gucken bemühen uns darin Kinder nicht zu vergleiche mit anderen Kindern sondern jedes Kind wird mit sich selbst verglichen.

00:24:28: und da dann auch wieder so diese individuelle Förderung, die im Grunde genommen ja das zentrale Thema auch daran Genau.

00:24:38: Wirklich zu gucken, wo steht das Kind?

00:24:40: Was sind die nächsten Schritte?

00:24:42: Was zeigt es gerade?

00:24:44: Was ist die Grundbedürfnisse?

00:24:45: und wenn ich das jetzt so anhand am Angebot zum Beispiel im Kreativbereich dann gibt's da eben ein Kind Das klebt drei Schnipsel auf dem Papier und das andere das planten ganz aufwendiges Kunstprojekt.

00:24:57: Aber beides ist eben Entwicklung.

00:24:59: Dann ist es eben so wir nehmen uns ganz bewusst Zeit im Freispiel in Übergangssituationen und gucken dann natürlich auch immer wieder mit Hilfe von dem ressourcenorientierten Beobachtungsverfahren, was ich ja gerade schon etwas erwähnt habe um dann wirklich diese individuellen Angebote für die Kinder zu stricken.

00:25:18: Aber durch unser Kurssystem oder auch die Kursangebote der Kinderakademie Fantasticus Auch hier haben dann die Kinder können dann gucken, okay was ist hier gerade mein Thema?

00:25:28: und wo möchte ich jetzt grade dem vertieft nachgehen?

00:25:32: oder Ich bin gerade mit ganz anderen Dingen beschäftigt im Freispiel.

00:25:35: Und ich baue gerade eine Riesenkonstruktion und möchte das auch weiterbauen und habe da jetzt möchte an keinem Kursangebot teilnehmen.

00:25:42: Dann ist es auch völlig in Ordnung.

00:25:45: So hat das Kind im Grunde genommen die Möglichkeit zum einen vertieft in einer kleinen Gruppe zu lernen, aber auch natürlich die große Gruppe als Lernbereich für sich wahrzunehmen.

00:25:55: Ja und wenn du an individuelle Förderung denkst gibt es ein Beispiel, dass gut zeigt wie ihr Unterschiede konstruktiv nutzt?

00:26:02: Das gibt's!

00:26:04: Und zwar mir fällt ein fünfjähriger Junge

00:26:07: ein

00:26:09: der einfach sehr weit war.

00:26:10: im Bereich Mathematik konnte sämtliche Zahlen rein, war hochinteressiert an Planetenumlaufbahnen.

00:26:18: An dem Weltraum als solches und das haben wir einfach genutzt.

00:26:25: Und dann wurde dieser Junge zum kleinen Experten.

00:26:28: es entstand daraus ein intrinsisch motiviertes Projekt.

00:26:31: Weltraum war das große Thema.

00:26:33: der Junge hat seinen Fachwissen an die Gruppe weiter gegeben, hat da auch unglaublich viel gelernt.

00:26:39: wie kann ich mein Wissen Kindgerecht transportieren, hat dabei gelernt zu erklären.

00:26:46: Gleichzeitig ist es so andere Kinder die vielleicht auf einem anderen Entwicklungsstand waren.

00:26:51: Die haben Dinge gelernt wie Neuwörter, Rakete, Mond.

00:26:55: also das sind ja und so wurde das genutzt im Alltag.

00:27:00: Die Projektarbeit ist da uns einfach eine ganz große Hilfe muss ich einfach sagen.

00:27:06: Vielleicht nochmal.

00:27:07: Also abschließend dazu, also dass ja diese individuelle Förderung bedeutet wie gesagt nicht Separationen sondern natürlich Differenzierung im gemeinsamen Kontext.

00:27:18: und die Kinder lernen dadurch... Es entsteht eine Kultur in der Unterschiede einfach normal sind.

00:27:25: Und das ist uns auch ein Anliegen oder ich kann auch sagen mir mit einer Vision.

00:27:31: es ist unser Motto Vielfalt bereichert.

00:27:34: Das hat uns angelegenheit

00:27:37: Schön.

00:27:41: Begabungsförderung ist nie nur eine Frage einzelner Methoden oder Angebote, sie entsteht im Zusammenspiel von Menschen, Haltung und Rahmenbedingungen.

00:27:50: wie pädagogische Fachkräfte zusammenarbeiten, wie Eltern einbezogen werden und welche strukturellen Voraussetzungen gegeben sind beeinflusst ganz entscheidend ob Potenziale gesehen und gefördert werden können.

00:28:02: Welche Rolle spielt aus deiner Sicht die pädagogische Haltung im Team für gelingende Begablungsförde?

00:28:06: Eine ganz zentrale Risike würde ich jetzt schon fast sagen, denn Begabungsförderung beginnt im Kopf der Fachkräfte.

00:28:15: Würde ich sagen sehe ich Kinder als noch nicht fertig oder als kompetente Persönlichkeit mit eigenen Stärken die sich entwickeln können.

00:28:24: und im Team braucht es Offenheit Mut Neugier Kinder eben auch mal anders sein zu lassen.

00:28:32: Und dazu sagen, okay wenn du vielleicht mehr weißt als ich wir sind im leeren Partner das ist ja eine gewisse Haltung und nicht jedes Verhalten von Kindern ist gleich ein Problem.

00:28:44: manchmal ist es einfach einen Hinweis auf eine besondere Begabung oder auf eine besondere Denkweise und da vielleicht mitzugehen und seinen eigenen Weg sondern zu sagen ok wir gehen in den Dialog Es gibt eine dialogische Haltung zu sagen Mal gucken, wo mich der WK hinführt.

00:28:59: Hoffentlich das eben noch nicht weiß und vielleicht bist du jetzt hier gerade der Experte?

00:29:04: Dann finde ich ist das ganz elementar und es auch immer wieder wichtig mit dem Team daran zu arbeiten weil ich finde wirklich Haltung ist eine der zentralen Themen in der Begabungsförderung und einfach mal die Perspektive zu wechseln Das machen wir auch ganz regelmäßig im team auch mit gewissen Teamübungen zu überlegen okay.

00:29:24: Und wenn es darum geht, wo habe ich denn selber eigentlich Potenziale und Stärken?

00:29:29: Denn wir sind alle im Grunde genommen von... habe ich jetzt gerade in der Fortbildung gelernt, von Geburt auch an dass wir können es einfach das wir Defizite sehen weil wir würden sonst nicht überleben.

00:29:43: Aber was wir eben lernen müssen ist wirklich auf Potenziale zu gucken immer wieder auf Stärken.

00:29:49: und was nicht bedeutet dass wir natürlich da wo Kinder sich entwickeln, dass wir das nicht sehen aber immer wieder auch zu gucken das Kind hat die und die Potenzialen.

00:29:57: Das erfordert auch Haltungsarbeit Und das ist ganz wichtig, also diese offene Arbeit und da eben mitzugehen.

00:30:03: Wenn sich das Kind gerade für einen ganz anderen Bereich interessiert zu sagen okay dann baut das Kind zum Beispiel sage ich jetzt mal so sein Turm erst fertig weil das Kind es in seinem Flow und dann ist er ein bisschen später.

00:30:15: Auch das impliziert ja eine offene Haltung.

00:30:19: Welche Maßnahmen habt ihr in der Einrichtung um die Haltung von Fachkräften diesbezüglich zu fördern?

00:30:27: Also zum einen ist es so, dass dadurch das wir Familienzentrum sind der Stadt Hannover gibt es feste Fortbildungsangebote an denen alle Fachkräfte teilnehmen müssen und da geht's ja eben um eine ethische Grundhaltung.

00:30:40: Es geht um diese offene Arbeit.

00:30:42: dann ist es aber auch so es gibt hier auch ganz neu oder relativ neu die Impulskreise der Karkstiftung.

00:30:48: jeder Mitarbeitende von uns durchläuft.

00:30:51: auch dieser Impuls Kreis ein tolles Instrument finde ich.

00:30:54: um einfach nochmal zu gucken okay für eine begabungsfördernde Kita, was bedeutet das eigentlich?

00:30:59: Das bedeutet Projektarbeit.

00:31:01: Das bedeutet Partizipation.

00:31:02: Es bedeutet Mitbestimmung.

00:31:04: Wie kann ich es ermöglichen und da ist natürlich Fortbildung ein ganz großes Instrument aber auch so kleine Dinge wie Übungen in Dienstbesprechung Perspektivwechsel ja selbst auch kollegiale Beratung zu gucken?

00:31:18: okay Ich muss jetzt nicht hier sofort eine Antwort haben, sondern wir haben ein großes Experten-Team und da können wir interdisziplinär zusammenarbeiten.

00:31:28: Welche Rolle spielt denn deiner Ansicht nach die Zusammenarbeit mit Eltern bei der frühen Begabungsförderung?

00:31:34: Das ist eine ganz zentrale Rolle, die die Zusammen Arbeit mit den Eltern spielt weil die Eltern sind im Grunde genommen... kann das auch so sagen, wirklich die ersten Experten für ihr Kind.

00:31:44: Und man kann Begabungsförderung nie gesondert betrachten im pädagogischen Kontext sondern es ist immer ein Zusammenspiel von den Eltern und von den pädagogen Fachkräften und wenn man auf Augenhöhe zusammenarbeitet und vertrauensvoll zusammen arbeitet dann kann man eigentlich eine bestmögliche Förderung für das Kind gewährleisten.

00:32:03: und deswegen ist es auch so wichtig Eltern von Anfang an in die Bildungsprozesse ihrer Kinder mit einzubeziehen.

00:32:09: Wir haben bei uns im Familienzentrum eine, das nennt sich Gemeinsamwachsengruppe.

00:32:14: Ein bisschen vergleichbar mit Pekip oder Delphi.

00:32:16: Also so von null bis drei ist die Gruppe und es ganz frei also alle Familien einfach aus dem Stadtteil können kommen.

00:32:23: Und wenn ich das an diesem Beispiel fest mache Ich sag jetzt mal so warum wirft das Kind hier ständig den Schnuller aus dem Wagen So ne?

00:32:30: Und die Mutter ist total genervt und beim dritten Mal merkt sie dass ihr auch immer wütender wird und dazu sagen okay Das macht das Kind nicht einfach so sondern Das Kind lernt im Grunde genommen tatsächlich schon ein mathematisches Grundverständnis, ist Linien.

00:32:45: Der Schnuller wird immer wieder aufgehoben.

00:32:47: Es ist aber auch natürlich ein Spiel wo es sich immer wieder rückversichert und das einmal mit den Eltern zu thematisieren und gemeinsam das Kind zu beobachten.

00:32:56: Und dass so von Anfang an – das ist von ganz zentraler Bedeutung oder ich erlebe in meiner Praxis habe ich immer wieder Familien die schlechte Erfahrungen gemacht haben in anderen Kindertagesstätten im Grunde genommen auch immer mit der Frage kommen.

00:33:10: Und was hat er heute wieder angestellt?

00:33:13: Ich mach das jetzt mal so ein bisschen plakativ oder war jetzt irgendwas, also wirklich unter so einer Anspannung stehen und da auch erstmal zu gucken okay, auch die Eltern mitzunehmen in die Stärken ihrer Kinder und in die Potenziale und dazu gucken und gemeinsam zu gucken.

00:33:28: Man merkt einfach weil das ist oft meins ja auch so'n Spiegel.

00:33:32: Das Verhalten der Eltern ist zum Teil ... Also Kinderspiegeln das.

00:33:34: oder von den Fachkräften sich dessen bewusst zu sein, das finde ich ist von ganz zentraler Bedeutung.

00:33:42: Und deswegen finde ich es so wichtig Eltern in die Bildungsprozesse ihrer Kinder mit einzubeziehen.

00:33:47: Also spiegelt ihr die gewissen Stärken der Kinder auch den jeweiligen Eltern im regelmäßigen Abstand?

00:33:55: Ja,

00:33:56: genau.

00:33:56: Das genauso ist es.

00:33:58: Wenn wir aber auch merken da sind auch Eltern, die haben gewisse Ängste und Vorarfahrungen, deswegen ist es auch so wichtig auch das Lebensumfeld der Eltern zu kennen.

00:34:07: Warum reagiert die Mutter jetzt vielleicht, oder warum reagiert sie mit einer gewissen Anspannung?

00:34:12: Und da dann einfach auch entsprechend darauf zu reagieren.

00:34:15: Das finde ich ist auch mit unserer Aufgabe und das immer wieder zu reflektieren was könnte die Familie vielleicht gerade noch brauchen?

00:34:23: Oder man macht dann gemeinsam.

00:34:25: Ich hatte im Elterngespräch auch schon mal, dass ich gemeinsam mit der Familie ... Wir haben so eine Ressourcensonne gemacht.

00:34:30: Ganz einfach eigentlich.

00:34:31: Das Bild des Kindes ist in der Mitte und zu gucken okay das sind die Stärken des Kinds, die Sonnenstrahlen, das sehen wir.

00:34:38: Und wo sehen Sie denn zu Hause noch die Strahlen?

00:34:41: Dann haben wir das ergänzt da gemeinsam zu gucken.

00:34:43: Das ist natürlich wichtig!

00:34:45: Ja

00:34:45: und wenn Eltern mit Fragen zu stärken Interessen oder besonderen Begabungen ihrer Kinder zu euch kommen beziehungsweise zu dir kommen.

00:34:52: Wie begleitet ihr diese Gespräche?

00:34:54: Da ist ganz wichtig, das zuhören.

00:34:57: Immer wieder auch zu gucken.

00:34:58: okay habe ich es jetzt richtig verstanden was mir gesagt worden ist Dinge zu benennen Das ist ganz ganz wichtig im Dialog zu bleiben mit den Eltern.

00:35:09: und ja dass auch ernst zu nehmen Ja das finde ich ist ganz elementar.

00:35:13: Ich hatte jetzt gerade gestern da hatte ich eine Beratung am Telefon wir haben ja unsere begabungspsychologische beratungsstelle da rufen mir auch oft verzweifelte Eltern an und da einfach auch erst mal die Sorgen und Nöte der Eltern ernst zu nehmen.

00:35:28: Das gehört sich so, sag ich erstmal so ne?

00:35:30: Das finde ich ist total wichtig!

00:35:32: Und dann kann man aber das man dann auch gemeinsam überlegt was könnte dass man offene Fragen stellt im Dialog.

00:35:39: Was könnte zum Beispiel das Bedürfnis sein was dahinter steht, dass das Kind das jetzt so zeigt wäre jetzt z.B.

00:35:44: so eine Frage, so eine offene Frage und dann schauen wir im Gespräch wie wir daraus dann das Bestmögliche für das Kind gemeinsam entwickeln können.

00:35:53: Und wo erlebst du im Alltag Herausforderungen oder Spannungsfelder?

00:35:58: Etwa zwischen Förderanspruch, Zeit und strukturellen Rahmenbedingungen?

00:36:03: Wenn ich ganz ehrlich bin... Dann sind die Herausforderung fast keine Ausnahme sondern gehören so zum unserem Alltag oder zur Grundausstattung.

00:36:12: sag' ich jetzt mal so!

00:36:14: Das ist ja auch der spannende an an meinem Job manchmal natürlich auch das Anstrengende, denn es gibt ja manchmal auch sehr hohe Ansprüche.

00:36:23: Da bin ich ganz ehrlich oder wir planen aufwendige Projekte, aufwändige Kurse und manchmal ist es dann so ein Widerspruch zu den realistischen Möglichkeiten.

00:36:33: Das...das ist ein Spannungsfeld in dem wir uns begegnen bewegen?

00:36:37: Ja genau!

00:36:38: Dann auch im Hinblick auf Ressourcen die zur Verfügung stehen oberseits?

00:36:41: Genau!

00:36:43: Und auch im Alltag die Bedürfnisse aller Kinder gut im Blick zu behalten und sie natürlich gut entsprechend individuell zu fördern.

00:36:50: Das mit zwei bis drei Fachkräften, da ist das eine Kind, das interessiert sich für den Weltraum.

00:36:54: Da ist das andere Kind, dass braucht Unterstützung weil es gerade im Konflikt lösen muss dann müssen Elterngespräche vorbereitet werden, Potfoliarbeit und das sind natürlich alles Dinge.

00:37:05: Da isst man manchmal Zeit der limitierende Faktor, das muss man so sagen nach kreativen Möglichkeiten zu suchen.

00:37:13: Weil das erlebe ich natürlich auch in diesem Spannungsfeld, dass es zugleich aber auch so ist, dass da ganz viel Potenzial und Kreative Möglichkeiten sind um dem eben auch zu begegnen.

00:37:22: Und so zu den strukturellen Rahmenbedingungen vielleicht noch mal... Da gibt's natürlich schon, das will ich auch nicht verhehlen.

00:37:29: Da ist es dann jetzt gerade in dieser Erkältungswelle im November oder so.

00:37:33: Da sind wir manchmal auch gebeutelt mit Personalausfall spontan, Erkrankung und wurde dann selbst mit der allerbesten, tollsten Planung manchmal auch so ein System ins Wankengerät.

00:37:46: Und da müssen wir einfach gucken wie können wir da gut optimistisch bleiben?

00:37:50: Und nach kreativen Möglichkeiten suchen?

00:37:53: das ist mir wichtig als Leitung.

00:37:57: Ich habe ja auch ein Team, was relativ hohe Ansprüche hat.

00:38:00: Und wenn da natürlich eine Kollegin ist die hat eigentlich ein tolles Projekt geplant dann gucke ich das sich dann eben auch die Zeit ermögliche um dann eben nochmal ne Stunde in der Gruppe zu gehen damit dann eben dieses Projekt auch stattfinden kann weil natürlich auch die Kolleginnen ihre Selbstwirksamkeit kommt und dann natürlich auch ganz zufrieden ist und so zufriedener rausgeht.

00:38:18: Ja

00:38:19: und zum Abschluss diese Frage stellen wir allen unseren Gästen Wenn du einen Wunsch frei hättest Was müsste sich deine Ansicht nach im Bildungssystem sofort ändern.

00:38:29: Also ich würde mir wünschen... Das ist ja schön, dass man sich was wünscht.

00:38:35: Ich würde mir wünschen das wir früher aufhören zu vergleichen und dass wir mehr anfangen zu verstehen hinzu individuellen Lernwegen, mehr Vertrauen in die pädagogischen Fachkräfte, mehr Raum für Beziehung Neugier und Entwicklung.

00:38:50: und wenn Kinder von Anfang an eigentlich erleben, dass ihre Interessen zählen dann finde ich haben wir schon unglaublich viel richtig gemacht.

00:39:01: Aber ich wünsche mir außerdem noch, dass natürlich frühe Bildung eigentlich auch die Bedeutung bekommt, die sie hat und zwar durch echte Investitionen.

00:39:11: Die wichtigsten Bildungsjahre das muss man einfach so sagen, die sind am Anfang und nicht am Ende.

00:39:18: Wenn wir hier mehr in Personalzeit- und Qualität investieren würden Dann könnten die Kinder ihre Stärken von Anfang an entfalten Und das wäre keine Aufgabe, sondern muss ganz ehrlich sagen eine Investition in unser aller Zukunft.

00:39:35: Ja ein gutes Schlusswort!

00:39:37: Vielen Dank liebe Kerstin für das Gespräch und den spannenden Einblick an deinen Kita-Alltag und den damit verbindenden Umgang mit dem Thema Hochbegabung

00:39:47: sehr gerne.

00:39:48: ich nehme aus dem Gespräch heute vor allem mit des Begabungsförderungen viel früher beginnt als wir oft denken Und dass es dabei zunächst gar nicht um Leistung geht, sondern vor allem um Aufmerksamkeit und darum genau hinzuschauen.

00:40:01: Was interessiert ein Kind?

00:40:03: Wofür begeistert ist sich?

00:40:04: Woran bleibt das aus eigenem Antrieb dran?

00:40:06: Besonders spannend fand ich den Gedanken, dass Begabungen sich häufig gar nicht laut oder spektakulär zeigen, sondern in diesem kleinen Momenten des Alltag sichtbar werden – im freien Spiel in ungewöhnlichen Fragen oder dann wenn Kinder so vertieft in etwas drin sind, dass sie alles um sich herum vergessen.

00:40:24: Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft aus dieser Folge, die jedes Kind bringt Stärken und Interessen mit.

00:40:31: Und gute pädagogische Arbeit bedeutet Räume zu schaffen in denen Kinder diese entfalten können.

00:40:36: Liebe Hörerinnen, liebe Hörern.

00:40:37: vielen Dank fürs Zuhören!

00:40:39: In unserer nächsten Folge widmet sich meine Kollegin Nicole gemeinsam mit der Lehrerin Birgit Paster der Frage wie begabten Förderungen im Schulalltag konkret gelingen kann.

00:40:48: Gemeinsam sprechen sie über Erfahrungen aus der Praxis über Herausforderungen im Umgang mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen.

00:40:54: Und darüber, was Schule braucht damit Potenziale wirklich erkannt und gefördert werden können.

00:41:00: Empfehlen Sie unseren Podcast gerne weiter!

00:41:02: Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben schreiben sie uns gerne eine E-Mail an podcast@karg-stiftung.de.

00:41:09: Bis zum nächsten Mal hier bei Karg Perspektiven

00:41:21: Eine Produktion von

00:41:23: Poolartists.

00:41:25: Mehr zur Arbeit der Kargstiftung findet ihr auf karg-stiftungen.de.

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